Jahresrückblick aus dem Nationalpark Unteres Odertal
9. March 2018
Wiedereinbürgerung des Störs (Acipenser oxyrinchus) im Odergebiet
22. March 2018

Wir Menschen nutzen und verändern die Flusslebensräume seit Jahrtausenden, um unsere Lebensqualität zu verbessern. Flüsse bieten vielfältigen Nutzen, wie beispielsweise Trinkwasserbereitstellung, Bewässerung, Abfallentsorgung, Schifffahrt, Landwirtschaft, Fischerei, Wasserkraft u.a.m. Heute erkennen wir auch den hohen Preis, den diese Nutzungen gefordert haben: Den Verlust an biologischer Vielfalt. Durch die Fragmentierung, die Veränderung von Abflussregimen, die Veränderung und den Verlust von Lebensräumen hat sich langfristig die Anzahl der Arten im und am Wasser reduziert und deren nutzbare Bestände gingen zurück, was heute das Ökosystem Fluss an den Rand des Kollapses bringt.

Der internationale World Fish Migration Day (WFMD) oder „Welt-Wanderfischtag“ versucht, auf den Artenverlust aufmerksam zu machen und in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Einflussfaktoren, die auf wandernde Fischarten wirken, zu schaffen. Wanderfische sind die am meisten gefährdeten Fischarten weltweit. Viele Arten, wie Aal, Lachs, Forelle, Stör, Maifisch und Schnäpel sind auf den Wechsel vom Fluss ins Meer und wieder zurück angewiesen, um ihren Lebenszyklus zu schließen. Die Verbauung von Wanderrouten und der Verlust von Lebensraum sind die Hauptgründe für ihren Rückgang. Dieser Rückgang hat auch die Binnenfischerei hart getroffen und die Anzahl der Fischer dramatisch reduziert.

Naturschützer und Gewässerbewirtschafter arbeiten Hand in Hand, um Lösungen für die drängenden Probleme der Gewässernutzung zu finden. Unsere gemeinsame Verantwortung ist es, praktikable und dauerhafte Lösungen zu finden und umzusetzen, die lebendige und gesunde Flüsse erhalten helfen, deren Nutzung zu sichern sowie künftigen Beeinträchtigungen und einem weiteren Verlust an Biodiversität entgegenzuwirken. Mit diesem Ziel vor Augen möchten wir eine bessere Wissensbasis bei Anrainern und Aktiven schaffen, um das Engagement vor Ort zu stärken und gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft zu arbeiten.
Mit der Veranstaltung zum WFMD in Criewen am 21. April 2018 richten wir das Augenmerk auf die aktuelle Situation an und in der Oder – einem der letzten frei fließenden großen Flüsse Europas mit seinen großen Naturschätzen. Die Oder ist einer der wenigen Flüsse mit einer ausgeprägten Überflutungsaue. Hier befindet sich auch Deutschlands einziger Auen-Nationalpark. Die Oder hat eine mehr als 250-jährige Geschichte des Wandels hinter sich. Dieser Wandel hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbaupläne stellt sich die Frage: Quo vadis Oder? Wohin geht es mit Dir? Welche Möglichkeiten gibt es, die verschiedenen Anforderungen unter einem gemeinsamen Ansatz zu verbinden und gemeinsam für die Verbesserung der Ökologie und der Ökonomie zu kämpfen?

Ansprechpartner:
Dr Christian Wolter, IGB, 03064181633, E-Mail: wolter@igb-berlin.de
Dr Jörn Geßner, IGB, 03064181626, E-Mail: sturgeon@igb-berlin.de
Sascha Maier, BUND, E-Mail: sascha.maier@bund.net

Thematische Veranstaltung in Criewen/Oder,
Schloss Criewen, Samstag, 21. April 2018
„Quo vadis Oder?“ –Perspektiven eines großen Flusses
Teil 1: 10:00 -12:00h
1. Begrüßung
2. Ökologische Bedeutung der Oder – deutsch-polnisches Engagement für die Oder und ihre Auenlandschaft
Sascha Maier, BUND & Ewa Leś, KRR
3. Die Oder und ihre Potentiale unter Berücksichtigung der EU-Richtlinien (Wasser und Hochwasserrisikomanagement)
Simon Henneberg, Oderkoordination – MLUL Brandenburg (angefragt)
4. Bedeutung der Oder für die Wirtschaft und den Tourismus Ostbrandenburgs
5. Unterhaltung der Stromoder nach der Stromregulierungskonzeption
Beatrice Richter, IHK (angefragt)
Sebastian Dosch WSA Eberswalde (angefragt)
6. Umsetzung der Stromregelungskonzeption in Polen
Sweco Consulting sp. z o.o. (angefragt)

12:00 – 13:30 Mittagspause

Teil 2: 13:30 – 15:00
7. Schutzgüter an der Oder Natura 2000 und der Nationalpark Unteres Odertal
Michael Tautenhahn, NP-Unteres Odertal
8. Die Fische der Oder und ihr Lebensraum
Christian Wolter, IGB
9. Bedeutung der Oder für die Wanderfische: Der Stör und mehr
Jörn Geßner, IGB
10. Die Oder jetzt und in Zukunft –ökologischer Hochwasserschutz
Jonathan Rauhut, DNR
Abschlussdiskussion

Teil 3: 15:15 – 15:45: Preisverleihung „UN Dekade Biologische Vielfalt“

Teil 4: 16:30: Besatz von Stören in die Stromoder

Die Veranstaltung findet am 21. April 2018 im Schloss Criewen, Park 1, 16303 Schwedt/Oder, OT Criewen statt.
Die Teilnahmegebühr in Höhe von 15,00€ schließt das Mittagessen ein und ist vor Ort zu entrichten!
Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung bei:
Fr. Susanne Joop, Sekretariat Abt. IV, IGB-Berlin,
E-Mail: susanne.joop@igb-berlin.de,
Fax: 030 64181700

X

Zur optimalen Nutzererfahrung nutzen wir auf unserer Website Cookies von Erstanbietern als auch von Drittanbietern zu Statistikzwecken, um Ihnen beste Erlebnisse online anbieten zu können. mehr Information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close