Weichsel-Eiszeit prägte auch das Untere Odertal

Die Gletschermassen der jüngsten Eiszeit formten die Landschaft des Odertals, die von Hochflächen und Grundmoränen umgeben ist.

Der Nationalpark Unteres Odertal ist in seiner geologischen Form ein Ergebnis der jüngsten Eiszeit, die vor etwa 12 000 Jahren zu Ende ging. Die Gletscher, die bis in den Süden des jetzigen Landes Brandenburgs vordrangen, hinterließen der Uckermark Hügel, Rinnen, Seen und formten das Tal, die Oderniederung. Mit ihrem letzten großen Vorstoß bedeckte die Eiszeit das gesamte Untere Odertal, die Eisrandlage lag bei Hohensaaten. Damals flossen die Schmelzwasser der mächtigen Gletscher noch über das Thorn-Eberswalder Urstromtal Richtung Westen. Erst, als das Inlandeis sich weiter zurückzog, konnte das Wasser nach Norden durchbrechen und die jetzige Oder bilden. Während das Odertal selbst nur geringe Reliefunterschiede besitzt, ist es von Hochflächen der Grundmoränen umgeben.  Sie bildeten sich während einer Stillstandsphase des Gletscherrückzugs, in der die Gletscher ihr mächtiges Geschiebematerial hier ablagern konnten. In der Talaue dominieren Deckschichten aus Sanden und Lehmen, die vor allem im Norden des Gebietes von Torf durchzogen sind. Auch Moore haben sich in den Randlagen gebildet. Die Oderniederung wurde mit den Schmelz- und Flusswassersedimenten, die die Gletscher in die Region spülten, um etwa 50 Meter auf das heutige Niveau aufgeschüttet.

Während der Eiszeit lebten auch die für diese Epoche typischen Tierarten im Odertal. Mammut, Wollnashorn und Riesenhirsch starben jedoch gegen Ende dieser Periode aus. Die ersten Bewohner des Odertals, die sich in der Mittelsteinzeit hier niederließen, fanden eine wilde Moorlandschaft mit Auwäldern und zahlreichen Nebenläufen vor, die die Oder, die während ihrer Hochwasser immer wieder über ihre Ufer trat und ihren Lauf änderte, hinterließ.

Das Untere Odertal zeichnet sich durch ein breites Spektrum von Bodenarten aus, die sich in Böden der Talaue, der Sandterrassen und der Moränenflächen unterscheiden lassen. Die Böden der Grundmoränen sind zumeist lehmig bis stark sandig. Sie sind mosaikartig auf den schwach kuppigen bis welligen Flächen der Grundmoräne verteilt. In den Böden der Talaue haben sich feinkörnige Substrate abgesetzt, die durch den Fluss angeschwemmt wurden. Möglich wurde das durch die sehr geringe Fließgeschwindigkeit des Flusses im Odertal, die durch das niedrige Gefälle im Unterlauf der Oder verursacht wird. Typisch für die Talauenböden sind hohe Grundwasserstände. Diese fördern in den Senken außerhalb des Flussbettes die Bildung von Niedermooren, so dass das Untere Odertal stellenweise von sehr mächtigen Niedermoortorflagen geprägt ist.

Die Talsandterrassen am Rande des unteren Odertals sind vorrangig von Braunerden und Rostbraunerden geprägt.

Die Weichseleiszeit, die das Odertal weitgehend in seiner heutigen Prägung hinterließ, war die bislang letzte Kaltzeit. Sie überzog das gesamte Nordeuropa mit Gletschern, die bis in das nördliche Mitteleuropa reichten. Sie begann vor etwa 115.000 Jahren und endete vor ca. 12 000 Jahren. Somit war der nördliche Kontinent über 100.000 Jahre von Eis überdeckt. Drastisch sinkende Durchschnittstemperaturen bedeuteten vor 115.000 Jahren das Aus für wärmeliebende Waldgesellschaften, die die damalige Landschaft prägten. Zum Vorstoß der Gletscher bis in das heutige Norddeutschland kam es allerdings erst vor etwa 60 000 Jahren. Verglichen mit älteren Eiszeiten war die Ausdehnung des Eises allerdings deutlich geringer. Der maximale Eisvorstoß endete an der Linie der heutigen Städte Flensburg, Rendsburg, Hamburg, südlich von Schwerin, Brandenburg und Guben. Sie ging nicht über das nordostdeutsche Tiefland hinaus.

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