Übersicht über die bisherigen Volontärtouren in den Banhine Nationalpark

Solarmontage
Volontär-Tour nach Mosambik sucht Begleiter
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Foto: Dirk Treichel

Vier Volontärtouren
Seit April 2016 bis Dezember 2018 haben inzwischen vier Volontärtouren nach Banhine statt gefunden. Insgesamt waren knapp 40 Teilnehmer dabei, davon einer immerhin drei mal und zwei zwei mal.
Die Touren dienen der Verbesserung des Kontakts zwischen dem Banhine Nationalpark und der Bevölkerung der angrenzenden Dörfer, dem besseren Ansehen des Nationalparks auf der nationalen Ebene und nicht zuletzt dem gemeinsamen Lernen der Nationalparkangestellten in beiden Ländern, der Gäste und der Einheimischen.
Die ersten beiden Touren fanden während einer lang andauernden Dürreperiode statt. Ein wesentliche Aspekt beider Touren war die Verteilung von Lebensmittelhilfen (Maismehl, Reis und Bohnen) an die notleidende Bevölkerung. Die Lebensmittel wurden jedoch nicht als Almosen verteilt, sondern als Gegenleistung für Arbeiten, die im Nationalpark gemacht wurden. Es wurden Straßen frei geschnitten und an einigen Außenposten für die Ranger feste Hütten gebaut. Für die Lebensmittelhilfe wurden über 3.000 € an Spenden eingesetzt.
Diese beiden Touren dienten auch dem Kennenlernen des Nationalparks, seiner Infrastruktur und Organisation. Es wurden zahlreiche Dörfer besucht. Es gab Dorfversammlungen auf denen Probleme mit den Dorfgemeinschaften besprochen wurde und zahlreiche Gespräche mit Vertretern der kommunalen Verwaltungen, des Distrikts Chigubo und der übergeordneten Nationalparkverwaltung ANAC.
Beide Male waren Vertreter des nationalen Fernsehens und Rundfunks sowie Zeitungsreporter zeitweise dabei und haben landesweit über unsere Besuche berichtet.
Ein besonderer Höhepunkt der ersten Reise war die Teilnahme dreier Ärzte und einer Krankenschwester. So konnten ambulante Sprechstunden in mehreren Dörfern abgehalten werden. Mit zusätzlichen Spenden der Teilnehmer und den besonderen Einsatz einiger lokaler Nationalparkmitarbeiter wurden für einige Schwerkranke sogar Krankenhausbesuche ermöglicht. Drei von Ihnen konnten bei der zweiten Tour über ihre Genesung berichten.
Ab der dritten Tour wurde das touristische Angebot für die Teilnehmer interessanter gestaltet. Durch einen Abstecher an den indischen Ozean und den Besuch eines kleineren Nationalparks mit hoher Tierdichte bekommen die Reiseteilnehmer einen besseren Eindruck der landschaftlichen Vielfalt Mosambiks.
Inzwischen wurde auch das Angebot zweier Kulturgruppen angenommen, den deutschen Gästen traditionelle Tänze und Gesang vorzuführen. Es bleibt aber nicht bei der reinen Show. Anschließend wird gemeinsam gegessen, getrunken und über die Wünsche und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, vor allem im Hinblick auf den Nationalpark, gesprochen.
Bei der dritten Tour nahmen zwei Journalistinnen teil, die anschließend beim rbb und der Deutschen Welle Filmberichte über die Volontärtouren und die Kooperation veröffentlichen konnten. Bei dieser Tour wurde auch Kontakt zu mehreren Schulen im Umfeld des Banhine NLP aufgenommen.
Der Schwerpunkt der vierten Tour lag auf der Errichtung von Solaranlagen zur Beleuchtung an zwei Schulen. Nach dem Tod einer Teilnehmerin der ersten Tour wurden von ihrer Familie Spenden zu Gunsten des Banhine-Projekts gesammelt. Davon wurde für über 4.500 € Material für Solaranlagen in Maputo gekauft. Zwei Solaranlagen wurden erstellt, eine dritte repariert. Eine weitere bereits bestehende Anlage, die nicht mehr funktioniert, wurde inspiziert, so dass sie beim nächsten Mal repariert werden kann. Außerdem wurden Ideen für die Optimierung der Anlagen entwickelt.
Auch dieses Mal berichteten wieder das nationale Fernsehen sowie Rundfunk und Zeitungen über unseren Besuch. Auch deutsche Journalisten, die fast bei jeder Tour vertreten waren, haben über diese Touren in Deutschland berichtet.

Entwicklungen im Nationalpark
Nach der ersten Tour wurde von der Nationalparkverwaltung in Banhine die Hauszelte im Camp repariert und sukzessive aufgewertet. Dort läuft die Solaranlage inzwischen auch wieder reibungslos, so dass es Licht gibt, elektronische Geräte betrieben und Akkus aufgeladen werden können. Bei Wassermangel kann immerhin salziges Wasser aus einem Brunnen in die Wasserleitung eingespeist werden.
Die Tourteilnehmer kaufen die Lebensmittel für ihren Aufenthalt auf lokalen Märkten und in lokalen Geschäften selber ein. Um die Hausarbeit müssen sie sich allerdings nicht kümmern. Dafür sorgt eine Köchin aus der Distrikthauptstadt, die dadurch ein erhebliches Zusatzeinkommen verdienen kann. Unterstützt wird sie von jeweils wechselnden Helferinnen aus Dörfern am Nationalpark. Auch die verdienen auf diese Weise nicht nur unerheblich dazu, sondern lernen auch eine ganze Menge.
Das enge gemeinsame Zusammenleben von deutschen Gästen und einheimischem Personal führt zu einem intensiven persönlichen Kennenlernen. Auch dadurch entstanden schon Patenschaften, z.B. für Schulgeld, und andere Formen der praktischen Hilfe.
Man kann davon ausgehen, dass die Helferinnen nach den Touren in ihren Dörfern ausführlich über ihre Erfahrungen mit den Gästen positiv berichten. Einige der Helferinnen haben wir auch später wieder getroffen.
Der enge Kontakt zwischen Gästen, Rangern und Dorfbevölkerung während unserer Touren führt zwangsläufig auch zu einem besseren Verhältnis zwischen Nationalparkverwaltung und Bevölkerung. Durch unsere Leistungen wird die Nationalparkverwaltung von den Leuten auch zunehmend positiv und partnerschaftlich betrachtet.
Durch die Wiederholung der Touren können die Mitglieder der Nationalparkverwaltung die Wünsche und Ansprüche der deutschen Gäste heute wesentlich besser einschätzen als zu Beginn. Die Organisatoren der Touren kennen andererseits die Verfahrensabläufe in Mosambik deutlich besser. Insgesamt laufen die Vorbereitungen und die Durchführung der Touren inzwischen sehr rund. Von beiden Seiten werden zudem Verbesserungsvorschläge entwickelt.
Nach und nach werden die Verhältnisse so weit entwickelt sein, dass der Banhine NLP auch für „normale“ Touristen ein Zwischenreiseziel bei einer Tour durch Mosambik sein kann.

Sonstige Entwicklungen
Zwei Studienabschlussarbeiten wurden in den vergangenen Jahren über den Banhine NLP angefertigt.
Einer der Teilnehmer hat wissenschaftliche Untersuchungen in dem unregelmäßig überfluteten Changane River begonnen und setzt sie fort.
Der Banhine NLP war zeitweise nicht mehr Bestandteil des grenzübergreifenden Nationalparksystems zwischen Südafrika, Simbabwe und Mosambik. Durch die Imageverbesserung durch unsere Besuche und die PR-Maßnahmen wird Banhine inzwischen wieder mit berücksichtigt. Die internationale PeaceParksFoundation PPF unterstützt inzwischen auch Banhine. Der Personalbestand, die Zahl an Fahrzeugen und die Ausstattung der Verwaltung wird zunehmend besser.
Durch von der GIZ geförderte Programme konnten wissenschaftliche Projekte in Banhine unterstützt werden und es erfolgten gegenseitige Besuche der deutschen und mosambikanischen Nationalparkverwaltungen.
Im Nationalparkhaus in Criewen gibt es seit einigen Jahren eine Ausstellung über Banhine.
In den Projektantrag für ein von der EU gefördertes internationales Forschungsprojekt.

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