Kuratorium des Nationalparks Unteres Odertal: Rückschau und Ergebnisse 2018

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Criewen – Heute tagte das Kuratorium des Nationalparks Unteres Odertal. In der öffentlichen Sitzung wurde für das Jahr 2018 Bilanz gezogen und über aktuelle Entwicklungen im Nationalpark Unters Odertal informiert. Im Jahr 2018 konnten wesentliche Fortschritte in den Bereichen Dynamisches Grünland- und Schöpfwerksmanagement erzielt werden. Die Partner-Initiative, die INTERREG VA-Projekte sowie Ergebnisse aus dem aktuellen Forschungsvorhaben zum Schwarzwild waren weitere Themen aus der vielfältigen Arbeit der Nationalparkverwaltung, die den Kuratoren vorgestellt wurde.

Grünlandmanagement/ Naturschutz
Das Dynamische Grünlandmanagement wird seit 2015 im Nationalpark Unteres Odertal praktiziert. In diesem Jahr ermittelte die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit den im Nationalpark tätigen ehrenamtlichen Ornithologen insgesamt 91 rufende Männchen, deutlich mehr Wachtelkönige als  in den vergangenen drei Jahren (durchschnittlich 30 Rufer). Mit der im Nationalparkplan festgelegten spezifischen Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden ist es erfreulicherweise gelungen, die zum Teil unterschiedlichen Ansprüche des Artenschutzes und der Landwirtschaft miteinander in Einklang zu bringen. Das sogenannte Dynamische Grünlandmanagement ist im Nationalpark auf insgesamt  1.329 Hektar Grünland umgesetzt worden, die für eine erfolgreiche Brut notwendige verspätete Nutzung ist den Landwirten mit zirka 130.000 Euro vergütet worden. Als direkter Brutnachweis konnten 23 Altvögel, 6 Junge führende Weibchen und 18 Jungvögel aus 9 Bruten bei der Mahdbegleitung festgestellt  werden.

Schöpfwerksmanagement
Mehrmals tagte 2018 der Staubeirat für den Polder A/B. Grundsätzlich konnte festgestellt werden, dass 2018 das niederschlagsärmstes Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und ein sehr trockener Sommer war. Im Jahr 2018 fanden insgesamt drei Staubeiratssitzungen und zwei Vor-Ortbegehungen statt. Zur Verbesserung der Brutvogelbedingungen im Polder A/B konnten bis Ende Juni höhere Wasserstände gehalten werden. Zur besseren Überwachung der Wasserstände im Poldergebiet wurden vier zusätzliche Pegellatten errichtet.

Schwarzwild-Telemetrie
Das im Jahr 2015 begonnene Projekt zur Untersuchung der Schwarzwildpopulation im Nationalpark Unteres Odertal liefert weiter wichtige Daten über eine bisher wenig erforschte Wildart. Bisher wurden 19 Wildschweine mit einem GPS-Sender ausgestattet, welcher einmal pro Stunde die Position des Tieres aufzeichnet, hieraus sollen Rückschlüsse auf das räumliche Verhalten der Schwarzkittel gezogen werden.

Bisher konnte mit Hilfe der gewonnenen Daten zum Beispiel nachgewiesen werden, dass nur wenige Tiere sich ausschließlich im Nationalpark aufhalten. Die umgebende Agrarlandschaft mit großen Mais- und Rapsschlägen bietet besonders über die Sommermonate ein attraktives Nahrungsangebot. Im kommenden Jahr 2019 wird der Abschlussbericht mit Empfehlungen zum künftigen Umgang mit Schwarzwild im Nationalpark Unteres Odertal  vorgelegt.

Partner-Initiative
Die Partner-Initiative der Nationalen Naturlandschaften in der Uckermark ist nun vollständig: Neben dem Nationalpark Unteres Odertal und dem Naturpark Uckermärkische Seen gehört ab sofort auch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit dazu. Dies ist ein sehr positives Signal und stärkt die Schubkraft von Naturschutz, Regionalentwicklung und nachhaltigem Tourismus.

Die Partner-Initiative zählt derzeit insgesamt 30 Partner-Betriebe aus Bereichen wie Gastronomie/Beherbergung, Freizeit/Erholung, Kanu- und Landschaftsführer und die Uckermärkischen Verkehrsbetriebe. Die touristische Angebotsentwicklung durch das Partner-Netzwerk kommt dem gesellschaftlichen Trend nach „Entspannung & Entschleunigung“ nach. Neue Angebote sind für 2019 fest im Nationalpark Unteres Odertal geplant wie zum Beispiel Taiji- und Achtsamkeitsangebote ob zu Land oder zu Wasser, Kräuterwanderungen und Yoga.

Der Bedarf an geführten Wanderungen im Nationalpark erfreut sich immer größerer Beliebtheit, zumal auch für Gruppen ab sechs Personen individuelle Themenwanderungen angeboten werden können. Der Nationalpark Unteres Odertal plant dazu gemeinsam mit den Nationalen Naturlandschaften, Naturpark Uckermärkische Seen und Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, den Ausbildungsgang zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer in 2019 anzubieten.

INTERREG VA-Projekte
Der Nationalpark Unteres Odertal beteiligt sich mit regionalen und polnischen Partnern an mehreren Förderprojekten zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur, des Schutzgebietsmanagements und der regionalen und grenzüberschreitenden Kommunikation.

Gemeinsam mit der Stadt Schwedt/Oder als Lead-Partner und der Direktion der Landschaftsschutzparks in der Wojewodschaft Westpommern wurde das INTERREG VA Projekt „Nachhaltiger Wassertourismus im einzigartigen Unteren Odertal“ gemeinsam erarbeitet und beantragt. Mit dem Förderbescheid wird noch in diesem Jahr gerechnet. Mit dem Projekt wird es möglich sein, ein Netz an Rast- und Beobachtungsplätzen für Wasserwanderer entlang der Oder und der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße einzurichten und das Wassersportzentrum in Schwedt/Oder auszubauen.

Ein zweites beantragtes INTERREG VA Projekt „Natur ohne Grenzen im einzigartigen Unteren Odertal“ steht unter Federführung der Direktion der polnischen Landschaftschutzparks und beinhaltet Maßnahmen zur Pflege von speziellen Lebensräumen wie Trockenrasen und Feuchtwiesen  im Schutzgebietsverbund des Unteren Odertals. Als Partner im Projekt beteiligen sich auch die polnischen Oberförstereien in Mieszkowice und Chojna. Im Rahmen dieses Projektes ist der Aufbau eines deutsch-polnischen Netzwerkes ehrenamtlicher Naturschützer geplant. Der Begleitausschuss der Pomerania wird in seiner Sitzung am 4. und 5. Dezember 2018 unter anderem die Projektbewertung für dieses Projekt vornehmen.

In beiden Projekten hat die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit besondere Bedeutung. So ist eine Neuauflage des Naturführers „Natura 2000 im unteren Odertal“ in drei Sprachen geplant, ebenso wie eine mobile Ausstellung zum Thema „Menschen am Fluss“.

Touristische Entwicklung
Im bisherigen Jahresverlauf ist der Zustrom von Besuchern und Gästen im Nationalpark mit dem der vergangenen Jahre identisch. Leichte Zuwächse gegenüber dem letzten Jahr konnte das Nationalparkhaus für die Monate September und Oktober verbuchen, was nicht zuletzt auch der anhaltenden sommerlichen Hochdruckwetterlage geschuldet war. Die heißen Sommermonate zeigen hingegen keine Zuwächse. Bis zum heutigen Tag registrierte das Nationalparkhaus 16.315 Besucher, der Vorjahresstand wird damit wohl wieder erreicht.

Eine positive Tendenz ist bei den Grundschulen und Kitas zu verzeichnen. Insbesondere zum Schuljahresausklang wurde der Nationalpark von vielen Klassen und Gruppen besucht. Mit dem Schwedter Gauß-Gymnasium konnte die seit Jahren bestehende Kooperation durch mehrere Veranstaltungen fortgeführt werden, unter anderem zählt die Unterstützung des Schwedter Nationalparklaufes dazu, der in diesem Jahr einen Teilnehmer- und Besucherrekord zu verzeichnen hatte.

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