Knabenkraut steigt wie Phönix aus der Asche – Pflegefeuer im Nationalpark auf den Galower Bergen bei Stützkow

Foto: N. Leisleri
Fledermaus aus Nationalparkregion in Frankreich gefunden
5. February 2017
Foto: Fred Schulze
Beobachtungstipps März 2017
3. March 2017

Kontrolliertes Flämmen auf Trockenrasen im Nationalpark,

Criewen – Morgen (28. Februar) werden im Nationalpark Unteres Odertal Trockenrasen bei Alt Galow und Stützkow geflämmt. Diese Form der Pflege ist eine traditionelle Landbewirtschaftung. Sie hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und soll auch in diesem Jahr die Standorte im Nationalpark aufwerten.

Im Nationalpark Unteres Odertal werden zum vierten Mal in Folge Trockenrasen durch den Einsatz von Feuer für die Beweidung vorbereitet. In den „Galower Bergen“ westlich von Stützkow befinden sich Trockenhänge mit einer hohen Vielfalt an seltenen Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund unzureichender Beweidung in der Vergangenheit sind konkurrenzstarke Arten wie das Land-Reitgras in Ausbreitung. Da die vorhandenen Biotope einem europaweiten Schutzstatus unterliegen (Fauna-Flora-Habitats-Richtlinie) soll der Zustand durch den Einsatz von Feuer verbessert werden. Ziel ist, den überständigen Aufwuchs und die verfilzte Grasnarbe kontrolliert abzubrennen, so dass im Anschluss wieder eine Beweidung mit Schafen und Ziegen erfolgen kann.

Da sich das Feuer mit dem Wind über die Fläche bewegt, entsteht keine große Hitzewirkung im Boden. Die meisten Überwinterungsstadien von Insekten oder Spinnen sind also nicht gefährdet. An einem benachbarten Hang wurde erstmalig 2014 eine Teilfläche abgebrannt. Im anschließenden Frühjahr trieben bereits nach wenigen Wochen die ersten krautigen Pflanzen wieder aus. Von der Auflichtung der Flächen profitierten zum Beispiel das Dreizähniges Knabenkraut, eine heimische Orchideenart. Der Bestand blühender Exemplaren ist nach dem Flämmen stark angestiegen.

Der Feuereinsatz bei Stützkow wird in Auftrag der Nationalparkverwaltung von erfahrenen Spezialisten durchgeführt. Um ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Bereiche zu verhindern, wurden zur Vorbereitung der Flächen durch die örtliche Naturwacht bereits ausreichend breite Brandschutzstreifen angelegt. Im Vorfeld der Aktion wurden sowohl der Flächeneigentümer als auch die betroffenen Behörden unterrichtet. Zwingend erforderlich für den Brand ist trockene Witterung.

Der bewusste und kontrollierte Einsatz von Feuer in der Landschaftspflege war schon in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Landnutzung gängige Praxis. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Untersuchungen, welche die Eignung des Feuers zum Erreichen naturschutzfachlicher Ziele bestätigen. Auch auf Brandenburgs Heideflächen hat sich in den letzten Jahren Feuer als Mittel zur Landschaftspflege bewährt.

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