Forschungsprojekt zur Waldsaatgans im Nationalpark Unteres Odertal

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Gänsefänger Kees Polderdijk-mit Sendergans | Foto: Thomas Heinicke

Gänsefänger Kees Polderdijk-mit Sendergans | Foto: Thomas Heinicke

Criewen – Ein internationales Forschungsprojekt, das die hier überwinternden Waldsaatgänse untersucht, wurde im November 2018 im Nationalpark Unteres Odertal gestartet. Im Mittelpunkt des Projekts stehen Zugwege und Brutherkunft der immer seltener werdenden Vögel.

Mit rund 1.500 überwinternden Waldsaatgänsen beherbergt der Nationalpark Unteres Odertal aktuell ein ganz besonderes Juwel. Denn die Waldsaatgänse, welche von der sehr ähnlichen Tundra-Saatgans erst seit wenigen Jahren als eigene Art unterschieden werden, sind international stark gefährdet. Im Gegensatz zu den bei uns heimischen Graugänsen, deren Bestände sich sehr positiv entwickeln, hat der Bestand der Waldsaatgans in den letzten 15 Jahren dramatisch um über die Hälfte abgenommen.

Dies betrifft insbesondere Waldsaatgänse, die in Westsibirien/Russland brüten und in Nordostdeutschland und angrenzend in Polen überwintern und von denen es nur noch 10.000 bis 15.000 Vögel gibt. Aufgrund der Gefährdung, die wohl unter anderem mit Überbejagung zusammenhängt, wurde für die Waldsaatgans 2015 sogar ein Internationaler Artenaktionsplan verabschiedet, um die Gänseart besser zu schützen.

Für den konkreten Schutz der Tiere sind detaillierte Informationen über die genaue Lage der Brutgebiete sowie Zugwege und Zwischenrastgebiete notwendig, worüber bislang nur sehr wenig bekannt ist. Abhilfe soll nun ein internationales Forschungsprojekt mit Partnern aus Deutschland, China, Russland und Dänemark schaffen, das diesen Winter im Nationalpark Unteres Odertal gestartet wurde.

Unter Federführung von Gänseexperten der Naturschutzgesellschaft Küstenregion Vorpommern e.V. wurden in Zusammenarbeit mit einem Gänsefänger aus den Niederlanden bereits in den ersten beiden Wochen im November 2018 insgesamt 19 Waldsaatgänse im Nationalpark gefangen und mit am Hals befestigten GPS-GSM-Sendern ausgestattet, um den Aufenthalt im Überwinterungsgebiet, vor allem aber die Zugwege und die Brutherkunft der besenderten Vögel näher untersuchen zu können.

Ermöglicht werden die Untersuchungen im Unteren Odertal durch die Bereitstellung von Sendern aus China, Dänemark und Deutschland, einer Projektförderung des NaturschutzFonds Brandenburg aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, mit finanzieller Unterstützung durch die Verwaltung des Nationalparks Unteres Odertal sowie eine großzügige Spende der Firma GASCADE Gastransport GmbH.

Noch hält sich der überwiegende Teil der „Sendervögel“ im Bereich des Unteren Odertals auf. Sie liefern wertvolle Informationen über Schlafplätze und Nahrungsflächen auf Feldern in der Nationalparkregion sowohl auf deutscher und polnischer Seite. Mehrere Vögel zogen vom Odertal sogar zur Überwinterung weiter nach Vorpommern, in den Odermündungsbereich nördlich Szczecins (Stettin) sowie in die Nähe von Bydgosczc (Bromberg) in Nordpolen.

Mit einem regulären Abzug der Vögel aus dem Unteren Odertal in Richtung ihrer Brutgebiete wird ab Mitte/Ende Februar gerechnet. Bereits im April sollten die ersten Waldsaatgänse in Westsibirien eintreffen, sodass im Frühjahr 2019 mit ersten Erkenntnissen zu den Zugwegen sowie zu den Brut- und Rastgebieten in Osteuropa und Russland zu rechnen ist.

Foto: Thomas Heinicke

 

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