Ein Tulpenberg für die Adonisröschen

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Landesregierung stärkt Nationalpark Unteres Odertal
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Foto: U. Gründel

Foto: U. Gründel

Der Nationalpark Unteres Odertal ist bekannt für seine Vielzahl verschiedener Lebensräume. Neben der Flussaue und den Hangwäldern gehören auch ca. 120 ha Trockenrasen zu den Besonderheiten dieses Schutzgebietes. Anders als in den Wildnisgebieten, wo der Grundsatz „Natur Natur sein lassen“ gilt, sind die Trockenrasen dauerhaft auf eine angepasste Pflege-Nutzung angewiesen. Am in der Nähe von Gellmersdorf gelegenen Tulpenberg werden in den nächsten Tagen umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt dieses inzwischen selten gewordenen Lebensraumes durchgeführt.

Die Trockenrasen des unteren Odertales sind durch eine Rodung des Waldes und eine sich anschließende extensive (Schaf-) Beweidung entstanden. Angesiedelt haben sich licht- und wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten, wie z.B. Kuhschelle, Helmknabenkraut, Kreuzenzian oder die Zauneidechse. Agrarstrukturelle Veränderungen führten in den letzten Jahren zunehmend zu einer Aufgabe dieser Grenzertragsstandorte und zu einer Verbuschung, die spezialisierten Tier- und Pflanzenarten mussten konkurrenzstärkeren Arten weichen.

Die 2009 im Rahmen des Nationalparkplanes durchgeführte Biotopkartierung kam zu dem Ergebnis, dass sich bereits ca. 47% der Trockenrasenflächen in einem schlechten Erhaltungszustand befinden bzw. nur noch als Entwicklungsflächen zu bewerten sind.

Die Nationalparkverwaltung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Pflege der besonders wertvollen Trockenrasen an den Oderhängen zu intensivieren und bereits mit Gebüschen und Bäumen zugewachsene ehemalige Trockenrasen wiederherzustellen. In den letzten Jahren wurden bereits in den Trockenrasengebieten Seeberge, Höllengrund und Alt Galow umfangreiche Entbuschungsmaßnahmen im Rahmen eines Pilotprojektes der David-Stiftung vorgenommen. In den nächsten Tagen ist die Entbuschung des Tulpenberges bei Gellmersdorf vorgesehen. Bereits vor 2 Jahren wurden hier erste Kiefern und Schlehen entnommen, die jetzige Maßnahme soll nun zur kompletten Freistellung führen. Nur Wildobst und markante Einzelbäume bleiben erhalten. Der Schlehenaufwuchs wird restlos mit Wurzeln entfernt, um das Wiederaustreiben zu vermeiden. Das Material wird vor Ort geschreddert und anschließend als Hackschnitzel energetisch genutzt. An die Freistellung schließt sich eine fünfjährige Pflegephase an. In Abstimmung mit dem Flächeneigentümer, dem Verein der Freunde des Nationalparks, konnte erreicht werden, dass der Tulpenberg zukünftig mit Eseln beweidet wird. Die Maßnahme wird vom Land Brandenburg finanziert und dient als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für Eingriffe, die im Nationalpark im Zuge der Oderdeichsanierung stattgefunden haben.

Der Tulpenberg besitzt mit dem nördlichsten Verbreitungsgebiet des Adonisröschens floristisch eine große Bedeutung. Regelmäßige Zählungen dokumentieren bisher eine Abnahme des Vorkommens um die Hälfte, die sich teilweise aus der zunehmenden Beschattung und der fehlenden Beweidung erklären lässt. Die Maßnahmen werden hoffentlich zu einer Stabilisierung des Adonisröschenbestandes beitragen.

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