Ferienfreizeit: Intensive Naturerlebnisse im Nationalpark Unteres Odertal

Erste ornithologische Schulung in Stara Rudnica

24. August 2026

Erste ornithologische Schulung in Stara Rudnica

24. August 2026

Dank der Kulturallianz e.V. in Gartz konnten 24 Grundschüler in der vorletzten Woche der Sommerferien fünf intensive Tage in der Natur verbringen. Hauptpartner der diesjährigen Ferienfreizeit war die Naturwacht Brandenburg im Nationalpark Unteres Odertal, die drei der fünf Tage ausrichtete.

 Ziel der Rangerinnen und Ranger vom Naturwacht-Stützpunkt Gartz war es, den Kindern einige der Lebensräume und Besonderheiten des Nationalparks näher zu bringen. „Naturerlebnisse sind das beste Mittel, um eine Verbundenheit mit der Natur zu entwickeln und Wissen über die Natur zu vermitteln“, sagte Stützpunktleiter Roberto Porrey. Deshalb setzte das Ranger-Team auch auf das Fahrrad als Verkehrsmittel.

Im Gartzer Schrey konnten die Kinder auf spielerische Weise Baumarten kennenlernen und den Unterschied zwischen Monokulturen und Mischwäldern erfahren. So galt es beispielsweise, Bäume mit verbundenen Augen zu ertasten und dann wiederzufinden. Ein kleiner Wettbewerb verdeutlichte, dass der Mittelspecht höhere Anforderungen an seinen Lebensraum stellt als der Buntspecht. „Der Mittelspecht kommt nur in alten Laubwäldern mit einem hohen Totholzanteil vor“, erläuterte Rangerin Franziska Rädler.

Beitrag zum Artenschutz

 Einen aktiven Beitrag zum Artenschutz leisteten die Kinder mit dem Aussetzen junger Störe auf dem Gelände der Aufzuchtstation für den Baltischen Stör in Friedrichsthal. Diese Station wird im Rahmen des „HaffStör“-Projektes vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) betrieben und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Von Dr. Jessica Bathe-Peters vom IGB lernten die Kinder, dass der Baltische Stör ein sehr langlebiger Fisch ist und über 60 Jahre alt werden kann. Die ausgesetzten Tiere werden erst nach vielen Jahren geschlechtsreif und können dann zur Fortpflanzung in die Oder-Region zurückkehren – sofern sie bis dahin überleben.

Höhepunkt für viele der Kinder war eine Kanutour, die von Mescherin aus in Richtung Gryfino führte. Dabei konnten sie die Auengewässer mit ihren Schilfgürteln, Wasserpflanzen und Tieren wie Vögeln, Fröschen und Schnecken hautnah erleben. Eigentlich hätte die Tour beim StroamCamp in Schwedt starten sollen. Aufgrund der Gebietssperrung wegen der Afrikanischen Schweinepest hatte sie verlegt werden müssen. Das StroamCamp stellte dennoch Paddel und Schwimmwesten zur Verfügung, „flusslandschaft reisen“ von Frauke Bennett half mit Booten aus.

 Engagierte Veranstalter und Partner

 Die Gesamtorganisation der fünftägigen Ferienfreizeitz lag, wie in den vergangenen fünf Jahren, bei der Gartzer Kulturallianz. Petra Grade, Ursula Reich und Odett Beckmann hatten sich den Programmschwerpunkt Natur ausgedacht, Partner gesucht, Fördermittel für die Kanutour eingeworben und kümmerten sich liebevoll um die Verpflegung der Kinder. In Friedrichsthal konnte die Kulturallianz sogar ein warmes Mittagessen bieten – im Gemeindezentrum des Friedrichsthaler Dorfvereins.

Zu den diesjährigen Partnern gehörten auch Dr. Rotraut Gille vom NABU, die einen Tag im Monplaisir-Park in Schwedt gestaltete, und Förster Jörg Kabelitz, mit dem die Kinder Nistkästen auf der BMX-Strecke in Gartz aufhängten.

„Wir sind jetzt alle erschöpft, aber glücklich“, sagte Petra Grade am Ende der Woche. „Die Begeisterung der Kinder hat gezeigt, dass wir mit unserem Schwerpunkt Natur richtig lagen und für jeden etwas dabei war.“ Auch erste Ideen für das nächste Jahr sind bereits geäußert worden, darunter das Angeln.

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