Erste ornithologische Schulung in Stara Rudnica

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Am 18.06.26 wurden wir von unseren polnischen KollegInnen zu einer ornithologischen Schulung in Stara Rudnica eingeladen, die den Mitarbeitenden des Verbunds der Landschaftsparks der Woiwodschaft Westpommern und des Nationalparks Unteres Odertal galt.

Herr Piotr Chara, ein begeisterter Ornithologe und Naturfotograf mit umfangreicher Kenntnis des Odertals, brachte allen Teilnehmenden mit spektakulären eigenen Aufnahmen die Vogelwelt des Unteren Odertals in allen Jahreszeiten noch ein Stückchen näher.

Bild: Magdalena Dernoga

Er gab viele wunderbare Einblicke in die Gegebenheiten der Flussaue auf polnischer Seite und zeigte anhand von jahreszeitlichen Luftaufnahmen den Handlungsbedarf für die Wasserretention, um Flachwasserflächen zu erhalten oder deren Verlust zu verhindern. Diese Vorhaben werden aktuell im Interreg Projekt „Natur + Oder“ realisiert.

Die Vielzahl der Vögel die diese Flachwasserflächen nutzen, konnten über beeindruckende Aufnahmen anschaulich gemacht werden.

Der Exkursionsteil führte erst zur Europabrücke in Siekierki-Neurüdnitz, von wo aus mit Spektiven die angelegten Nisthilfen für Seeschwalben zu sehen waren. Dabei handelt es sich um kleine Flöße aus Weiden, die jedes Jahr von Frauen aus der Region neu geflochten und in Schilfnähe ausgebracht werden.

Die Teiche bei Kaleńsko boten gleich zwei besondere Konstruktionen: Die angelegten Bruthilfen für Flussseeschwalben und ein Boot welches eine nahe Beobachtung ermöglicht. Die Bruthilfen sind großflächige, mit Sand aufgeschüttelte Inseln.

Prädatoren wie Waschbär, Fuchs und Dachs werden durch die Umzäunung der Teichanlage ferngehalten, die schwimmenden Bruthilfen sind so gebaut, dass das Heraufklettern schwer bis unmöglich ist. So können die Flussseeschwalben in Ruhe nisten und brüten.

Das Boot stellt eine Art überdachten Container mit Ausguckschlitz dar, der langsam an einer Schnur in Richtung Brutinsel gezogen wird. Durch die Überdachung nehmen die Vögel lediglich ein großes Objekt wahr und nicht einzelne sich bewegende Menschen und sehen darin keine Gefahr. So ist es möglich, ganz nah an die Brutstätten heran zu kommen und durch den Ausguckschlitz mit Feldstecher oder Kameraobjektiv die jungen Küken der Flussseeschwalben bei ihrem Treiben zu beobachten. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten diesen Tieren so nahe kommen zu dürfen und ein Erlebnis das definitiv in Erinnerung bleibt.

 

Es war ein fantastischer, lehrreicher Tag der selbst den Profis von der Naturwacht neue Einblicke in die Vogelwelt des Unteren Odertals geben konnte.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren polnischen KollegInnen bedanken und freuen uns jetzt schon auf die zweite Schulung Anfang September!

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