Untersuchungen zum Großen Feuerfalter im Nationalpark Unteres Odertal

Start des neuen INTERREG-Projekts “Natur + Oder”
2. March 2026
Partnertreffen 2026, Nationalparkpartner, Netzwerk, Wald, Wanderung
Treffen der Nationalparkpartner und der zertifizierten Natur- und Landschaftsführer
16. March 2026
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16. March 2026

Im Rahmen der Fortschreibung des Nationalparkplans wurden im letzten Jahr Untersuchungen zum Vorkommen des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar) durchgeführt. Die Art ist charakteristisch für naturnahe Flussauen und unterliegt dem besonderen Schutz der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie. Ziel war es, die Larvalhabitate dieser in Deutschland europaweit geschützten Schmetterlingsart zu erfassen und auf dieser Grundlage den Erhaltungszustand der Art im Nationalpark Unteres Odertal zu bewerten.

Lebensraum und ökologische Ansprüche

Der Große Feuerfalter besiedelt vor allem Feuchtlebensräume. Dazu zählen Niedermoore, extensiv genutzte Feuchtwiesen sowie jüngere Feuchtbrachen. Auch Grabenränder und andere Gewässerufer werden regelmäßig genutzt. Voraussetzung für das Vorkommen der Art ist das Vorhandensein geeigneter Nahrungspflanzen für die Raupen. Diese sind hauptsächlich der Fluss-Ampfer (Rumex hydroalpathum) sowie der seltenere Wasser-Ampfer (Rumex aquaticus) und deren Hybriden (Rumex × heterophyllus).

Methodik der Erfassung

Im gesamten Nationalparkgebiet wurden 18 Probeflächen untersucht. Das standardisierte Monitoring konzentriert sich auf den Nachweis von Eiern und Raupen an den Ampferpflanzen. Die Einschätzung der lokalen Populationen erfolgt über die Anzahl der besiedelten Pflanzen pro Fläche. Zusätzlich werden die Habitatqualität sowie mögliche Beeinträchtigungen bewertet. Aus diesen drei Parametern wird mithilfe eines Bewertungsschlüssels der jeweilige lokale Erhaltungszustand abgeleitet.

Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen

Im Vergleich zu früheren Erhebungen, die von einem insgesamt schlechten Erhaltungszustand und nur sporadischer Fortpflanzung ausgingen, zeigen die aktuellen Ergebnisse ein differenzierteres Bild. Auf 14 der 18 untersuchten Flächen konnten Eier oder Raupen des Großen Feuerfalters nachgewiesen werden. Dies deutet auf eine regelmäßige Reproduktion in mehreren Bereichen des Nationalparks hin.

Raupe und Fraßbild des Großen Feuerfalter (T. Bornholdt)

Die Individuenzahlen blieben jedoch auf den meisten Flächen niedrig. Entsprechend wurde der Zustand der Populationen überwiegend mit der Kategorie „C“ (mittel bis schlecht) bewertet. Positiver fiel die Bewertung der Habitatqualität aus: Mehr als die Hälfte der Probeflächen erhielt hier die Einstufung „B“ (gut).

Abwertungen ergaben sich vor allem bei sehr kleinen Lebensräumen oder dort, wo sich die Vegetationsstruktur stark verändert hatte. Diese Faktoren wirken sich begrenzend auf die lokalen Populationen aus. In der Schutzzone II sind gezielte Pflege- und Managementmaßnahmen zum Erhalt der Nahrungspflanzen vorgesehen.

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