Auenrenaturierung: Größter Oderaltarm im Nationalpark Unteres Odertal wird wieder angeschlossen

Besonders: Das Untere Odertal vom Wasser aus entdecken

30. June 2026

Verwaltungsinterne Stellenausschreibung: Referentin / eines Referenten (m/w/d) „Rechts- und Grundsatzangelegenheiten“

6. July 2026

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Im Nationalpark Unteres Odertal wird der größte abgetrennte Altarm an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße wieder an das Hauptgewässer angeschlossen. Die Nationalparkverwaltung schafft damit eine größere Naturnähe in der vom Menschen umgestalteten Auenlandschaft der unteren Oder. Der Nationalpark liegt im Nordosten Brandenburgs unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze. Die Auenlandschaft des unteren Odertals ist das Herzstück des Nationalparks. Das schmale Tal mit den angrenzenden Oderhängen ist der einzige Flussauen-Nationalpark in Deutschland.

Die Planung der Renaturierungsmaßnahme erfolgte in Kooperation zwischen der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und der Nationalparkverwaltung. Die Baumaßnahme wird durch das Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) als Ausgleich- und Ersatzmaßnahme für das bereits im Nationalpark sanierte Auslassbauwerk am Wrech umgesetzt. Die Bauarbeiten werden nach Ende der Brutzeit beginnen und sollen bis Ende September abgeschlossen sein.

Verbesserung der Lebensraumbedingungen als Ziel

Der Altarm „Welsensee“ befindet sich bei Teerofenbrücke südlich von Friedrichsthal. Der bisher nur einseitig an die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße angebundene Oderaltarm wird durch einen Durchstich wieder vollständig durchströmt. Das Hauptziel des geplanten Vorhabens ist eine permanente, beidseitige Anbindung des Altgewässers „Welsensee“ an die Bundeswasserstraße und Poldergewässer. Die Lebensraumbedingungen für auentypische Tiere und Pflanzen werden sich damit wesentlich verbessern und die ökologische Durchgängigkeit wird wiederhergestellt. Im Gewässer konnten Vorkommen von Fischarten wie Rapfen und Steinbeißer nachgewiesen werden. Auch im Hinblick auf die von der Nationalparkverwaltung geplante dauerhafte Öffnung von Polder 10 werden sich die hydrologischen Bedingungen durch häufigere Durchströmungen im Altarm weiter verbessern.

Mit Umsetzung dieses Projektes aus dem Nationalparkplan wird ein nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union besonders geschützter Lebensraum aufgewertet. Die Biotopgestaltung wird u.a. für wandernde Tierarten positive Effekte erbringen und zugleich einer zunehmenden Verlandung des Altarms entgegenwirken. Dazu entsteht eine neue Insel, die als ungestörter Rückzugraum für Tier- und Pflanzenarten zum Beispiel Biber und Seeadler dienen soll.

Veränderung der Altarme im Zeitverlauf

Bis ins 18. Jahrhundert schlängelte sich hier die Oder in mehreren Armen durch das Gebiet des heutigen Nationalparks. Mit dem Ausbau der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße um 1910 wurde der Altarm abgetrennt. Alte Gewässerverbindungen sind zunehmend verlandet. Diese Verbindungen werden im Zuge der Maßnahme wieder hergestellt.

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