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17. June 2026Immer wieder werden die Rangerinnen und Ranger im Nationalpark gefragt, wie Jungtieren wie zum Beispiel Vögeln geholfen werden kann. Doch die Antwort darauf ist nicht so klar möglich. Denn nicht jedes Tier ist auf Hilfe angewiesen.
Gerade jetzt im Frühling häufen sich die Beobachtungen von kleinen Tieren wie nicht flugfähigen Jungvögeln. Viele davon sind aber nicht besorgniserregend. Dafür ist es wichtig zu unterscheiden: Junge Vögel teilt man in Nestflüchter und Nesthocker. Nestflüchter, zum Beispiel Enten oder Gänse, können bereits kurz nach dem Schlupf laufen und folgen der Mutter zum nächsten Gewässer. Nesthocker dagegen kommen nackt und blind zur Welt. Sie werden von den Eltern im Nest oder in einer Baumhöhle gefüttert und aufgezogen. Das schützende Zuhause verlassen sie, wenn es zu eng wird oder bei den ersten Flugversuchen.
Häufig flattern oder purzeln sie dann zu Boden und kommen nicht mehr in ihr Nest zurück. Das ist der Zustand, in dem sie oft gefunden werden, aber es ist keinesfalls besorgniserregend – im Gegenteil, das gehört zum Flüggewerden dazu. Die Jungvögel werden am Boden weiter von den Eltern versorgt, bis sie selbstständig sind. Werden Sie in dieser Phase von dem Menschen mitgenommen, verlieren die Eltern die Bindung zu dem Jungvogel und nehmen es nicht mehr an.
Wann sollten Menschen aktiv werden?
Generell gilt: Erstmal Abstand halten und beobachten. Füttern die Eltern die Jungvögel, sind diese in guten Händen und es ist nicht nötig, einzuschreiten. Es kann mitunter ein bis zwei Stunden dauern, bis die Eltern das Kleine füttern, da die Nähe von Menschen die Eltern verunsichert. Halten Sie also Abstand und haben Sie Geduld. Das Tier sollte auf keinen Fall angefasst werden – das löst bei Wildtieren Stress aus und selbst junge Tiere können sich wehren. Außerdem haben wir Menschen Bakterien, Viren und Stoffe wie z.B. Spuren von Benzin an den Händen, die für das Tier schädlich sein können.
Gesunde Jungvögel sind befiedert, wenn sie das Nest verlassen. Finden Sie also einen Vogel, der noch nackt ist, setzen Sie ihn zurück ins Nest. Kommen mehrere Nester infrage, setzen Sie ihn in ein Nest mit ähnlich großen anderen Jungvögeln. Bitte fassen Sie den Vogel nicht mit bloßen Händen an – nutzen Sie saubere Handschuhe oder ein sauberes Tuch.
Finden Sie einen Jungvogel am Straßenrand oder in unmittelbarer Nähe zu Katzen, setzen Sie ihn bitte an einen geschützten Ort in der Nähe, am besten einen sicheren Ast oder – wenn kein Baum oder Strauch in der Nähe ist – unter eine Hecke. Bleiben Sie in der Nähe und beobachten Sie, ob die Eltern den Jungvogel wiederfinden.
Bitte versuchen Sie auf keinen Fall, den Vogel mitzunehmen und selbst aufzuziehen. Die Aufzucht eines Jungvogels ist sehr zeit- und kostenintensiv und birgt viele Fehlerquellen. Durch falsches Futter oder falsche Haltung kann es zu Missbildungen oder Gefiederschäden kommen, die sich nicht mehr auskurieren lassen.
Und denken Sie daran – alle Kinder sind am besten bei ihren Eltern aufgehoben. Auch ein erfolgreich aufgezogenes Tier hat in der Natur geringere Überlebenschancen als eines, das von den eigenen Eltern aufgezogen wurde. Nehmen Sie ein Tier also nur auf, wenn es unbedingt nötig ist. Es ist sogar gesetzlich nicht gestattet, ein nicht hilfsbedürftiges Tier aus der Natur zu entnehmen.
