Wiesenbrüterschutz zeigt erste Erfolge

Beeindruckendes Naturschauspiel: 17. Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal
26. January 2026
15. Auenökologischer Workshop Deutsch – Polnische wissenschaftliche Konferenz in Szczecin
24. February 2026
Beeindruckendes Naturschauspiel: 17. Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal
26. January 2026
15. Auenökologischer Workshop Deutsch – Polnische wissenschaftliche Konferenz in Szczecin
24. February 2026

Seit fast zwei Jahren gibt es im Nationalpark Unteres Odertal ein Schutzprojekt für Wiesenbrüter. Das im Jahr 2024 begonnene Projekt zum Gelegeschutz wurde auch 2025 fortgeführt und zeigt nun erste Ergebnisse.

Auf einer Feuchtwiese im Lunow-Stolper Trockenpolder in der Pflegezone des Nationalparks wurde ein temporärer Elektrozaun errichtet, um Wiesenbrüter wie den Kiebitz (Vanellus vanellus) während der Brut- und Aufzuchtsphase vor Prädatoren wie Fuchs und Waschbär zu schützen. Aufgrund der guten Habitatbedingungen wurde die gleiche Fläche wie im Vorjahr ausgewählt. Das Projekt wurde intensiv durch eine Studentin der HNE-Eberswalde begleitet, die im Rahmen ihrer Bachelorarbeit anhand einer ungezäunten Vergleichsfläche im Flutungspolder die Wirkung des Zaunes bewerten sollte.

Aufbau zum Schutz vor Prädatoren

Der Aufbau der 1,6 km langen Zauntrasse erfolgte durch Nationalparkverwaltung und Naturwacht und wurde diesmal bereits Anfang März, noch vor der Revierbildung der Vögel, umgesetzt. Bei dem eingesetzten Material handelt es sich um 90 cm hohe Schafsnetze, die leihweise von einer Schäferin zur Verfügung gestellt wurden. Zur besseren Stromversorgung beschaffte die Nationalparkverwaltung ein leistungsfähiges Weidegerät mit Solarzelle. Die Maßnahme wurde in enger Absprache mit dem Flächeneigentümer sowie dem Landwirtschaftsbetrieb umgesetzt.

Thermalaufnahme eines Kiebitz-Gelege (T. Bornholdt)

Durch den Einsatz einer Drohne konnten insgesamt sechs Kiebitz-Gelege auf der Zaunfläche und drei auf der ungezäunten Vergleichsfläche ausgemacht werden. Die Zaunfläche wurde zudem von Bekassine und Rotschenkel als potenzielle Brutfläche genutzt. Regelmäßige Beobachtungen sowie Wildkameraaufnahmen dokumentierten den Brutverlauf im April und Mai.

Erste Erfolge zu verzeichnen

Der Schlupferfolg auf der Zaunfläche wurde mit 81 % insgesamt recht hoch angegeben. Der Zaun hielt Bodenprädatoren erfolgreich von der Brutfläche fern. Der Schlupferfolg auf der ungezäunten Fläche blieb vollständig aus. Ein direkter Prädationsnachweis an einem Gelege durch einen Fuchs gelang mittels Wildkameraaufnahme. Auf beiden Flächen konnten Angriffe von Luftprädatoren wie Krähen oder Habichten erfolgreich durch die Kiebitze abgewehrt werden.

Kiebitz-Gelege auf der Zaunfläche / Bild: T.Bornholdt

Mit den gewonnenen Erkenntnissen konnte gezeigt werden, dass die Maßnahme den Schlupferfolg beim Kiebitz deutlich erhöhen kann. Die Anwendung auf weiteren geeigneten Flächen ist geplant. Doch nicht jede potenzielle Brutfläche ist auch tatsächlich für einen temporären Zaunbau geeignet. In den Flutungspoldern ist das Stellen von Elektrozäunen aufgrund der dynamischen Wasserverhältnisse, die bis Mitte Mai eng an den Frühjahrwasserstand der Oder gebunden sind, deutlich erschwert.

X