Fledermausuntersuchungen im Nationalpark Unteres Odertal

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Nachweis über Vorkommen der Teichfledermaus in 2014

Woher kommen sie, wo leben sie, wo und wie jagen sie, welche Quartiere werden bevorzugt, welches Artenspektrum gibt es in den einzelnen Bereichen des Nationalparks? Diese und weitere offene Fragen will der Nationalpark über die hier vorkommenden Fledermäuse klären. Deshalb wurde in den letzten Jahren ein umfangreiches Untersuchungsprogramm gestartet. Von den 18 Fledermausarten die in Brandenburg vorkommen, sind bislang 17 Arten im Nationalpark als heimisch nachgewiesen. Manche Arten kommen nur zu Jungenaufzucht im Frühjahr in den Nationalpark und verlassen ihn bereits im Herbst wieder, andere bleiben das ganze Jahr hier. Einige kommen aus hunderten von Kilometern entfernten Gebieten zum Überwintern in den Nationalpark. Es gibt seltene Arten wie z.B. die Teichfledermaus, das Großes Mausohr, beide Bartfledermausarten und die Mopsfledermaus. Andere dagegen, wie der Große Abendsegler und die Wasserfledermaus, trifft man im Nationalpark noch relativ häufig an. Umso erfreulicher ist es, dass bei Untersuchungen in 2014 ein bislang unentdecktes Vorkommen von zwei weiteren Arten gelang.

Graues_Langohr
Graues Langohr (Plecotus austriacus), Foto: J. Horn

Bei Netzfängen im Gellmersdorfer Forst gingen ein Graues Langohr und eine Nordfledermaus ins Netz. Das mit einem Minisender ausgestattete Graue Langohr führte die Fledermausforscher auch ins Tagesquartier, das sich in unmittelbarer Nähe auf dem Dachboden eines Eigenheims im Ort Stolpe befand. Die Eigentümer ahnten nicht, dass sich unterer ihrem Dach eine Rarität aufhält.

Erkenntnisse zum Vorkommen von Quartieren der Nordfledermaus gelangen im Gebiet nicht. Es könnte sich demnach um einen Durchzügler gehandelt haben. Hier werden in den nächsten Jahren die Untersuchungen weitergeführt. Auch der Nachweise des seltenen „Waldgeistes“ (wie die Bechsteinfledermaus manchmal auch genannt wird) soll erbracht werden. Noch sind die Lebensräume in den Waldbereichen nicht optimal für diese Art. Mit der Einstellung der Holznutzung, dem daraus resultierenden erhöhtem Altholzbestand mit entsprechendem Totholzanteil werden sich diese jedoch in den nächsten Jahren verbessern.

Für zwei Arten haben sich bereits die Lebensbedingungen in den Waldbereichen des Nationalparks verbessert, wie Untersuchungen ergaben.

Die Kleine und Große Bartfledermaus waren früher überaus selten, heute werden beide Arten im geeigneten Lebensraum des Nationalparks nachgewiesen.

Beide Arten profitieren von dem erhöhten Anteil an Totholz in den Wäldern, wo sie in Spalten, Rissen und hinter abstehender Rinde Quartiere finden.

Auch ein weiteres Vorkommen der seltenen Teichfledermaus gelang 2014: Die Art, die bisher nur in den Polderbereichen 4 und 10 nachgewiesen ist, wurde nun auch an den Stolper Fischteichen gefangen und beobachtet.

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