Algenfarn – gebietsfremde Wasserpflanze im Nationalpark Unteres Odertal nachgewiesen

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Nahaufnahme: Michael Voigt

Criewen – Im Nationalpark Unteres Odertal konnte kürzlich eine neue, aus Nord- bzw. Südamerika stammende Wasserpflanze nachgewiesen werden. Es handelt sich um den Großen Algenfarn (Azolla filiculoides), ein Neophyt.

Auf den Gewässern der Oder wurde kürzlich ein rotbrauner Schwimmteppich gesichtet. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um die Schwimmpflanze Großer Algenfarn (Azolla filiculoides) handelt. Diese Wasserpflanze wurde bisher an der Schwedter Querfahrt und im Odervorland gefunden. Das Vorkommen wurde bei einer Gebietskontrolle durch Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung und der Naturwacht entdeckt und gilt somit als Erstnachweis im Nationalpark Unteres Odertal.

Der Große Algenfarn ist eine blaugrüne Wasserpflanze, welche im Herbst oft rotbraun gefärbt ist und dem Betrachter dann besonders ins Auge fällt. Bei diesem Algenfarn handelt es sich um eine eingeschleppte Art aus Nord- bzw. Südamerika (Neophyt).Sie wird durch Wasservögel oder auch menschliche Aktivitäten verbreitet, da der Wasserfarn als Aquarienpflanze Verwendung findet und bei unsachgemäßem Umgang in die freie Natur gelangen kann. Als ein weiterer möglicher Grund für die zunehmende Ausbreitung könnte der Klimawandel in Frage kommen.

Die sich schnell vermehrende Pflanze kann bis zu einem Hektar große Schwimmdecken auf Gewässern bilden. Der Farn kann problemlos auch als Landpflanze leichte Winterfröste überdauern. Er wächst aber vor allem in nährstoffreichen Still- und Fließgewässern.

Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) steht der Große Algenfarn bisher noch nicht auf der Liste der invasiven Arten in Deutschland, jedoch kann bei starker Entwicklung von einer Beeinträchtigung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ausgegangen werden.

Im Nachbarland Polen sind Vorkommen dieser Art schon seit längerem bekannt. Bereits im Jahr 1870 wurde der Große Algenfarn in Deutschland am Oberrhein als gebietsfremde Pflanze nachgewiesen. Nun ist sie auch im Unteren Odertal in Verbreitung begriffen.


Foto: Uwe Schünmann

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