8 Jahre Teichfledermaus – Forschung im „Nationalpark Unteres Odertal“

Nationalpark und Brandenburger Schüler machen beim Ocean Sampling Day mit
21. June 2016
11. Kranichwoche vom 30.09. – 09.10.2016
26. September 2016
Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Foto: J. Horn

Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Foto: J. Horn

Fund einer Baumwochenstube in Brandenburg von Jörn Horn

Seitdem immer wieder einzelne Nachweise von Teichfledermäusen (Myotis dasycneme) im Nationalpark „Unteres Odertal“ gelangen, wurde 2009 mit einer intensiveren Forschungsarbeit begonnen. Ziel sind mehrjährige Untersuchungen, um mehr über die Lebensweise und das Vorkommen der hier ansässigen Teichfledermauspopulation aufzuzeigen. Das Projekt wurde von ehrenamtlichen Fledermauskundlern initiiert.
Nachdem einige Quartiere durch Telemetrie entdeckt wurden, unterstützte der Nationalpark das Projekt ab 2012 mit der Bereitstellung von Sendern und einer Telemetrie-Ausrüstung.

In den folgenden Jahren gelangen bemerkenswerte Funde im und außerhalb des Nationalparks. So erwies sich das Gebiet des Polders 10 als bedeutendes Jagdhabitat. Einige der ermittelten Quartiere befanden sich direkt im Nationalparkgebiet, wobei es sich hierbei überwiegend um Baumquartiere von Männchen handelt. Außerhalb des Nationalparks wurden Quartiere bis zu einer Entfernung von 20 km auf deutscher und polnischer Seite nachgewiesen. Darunter befanden sich sowohl Baum- als auch Gebäudequartiere.
Die Telemetrie der Weibchen erwies sich als am Schwierigsten. Trotz mehrmaliger Jagdnachweise im Nationalpark nach der Besenderung verschwanden die Tiere spurlos während der Wochenstubenbildung. Erst 2012 gelang der Nachweis von zwei Baumwochenstuben bei Widuchowa und Lubicz in Polen.

Ein neues Vorkommen im Nationalpark wurde durch den Fang einer männlichen Teichfledermaus 2014 an den Stolper Fischteichen entdeckt. Bei dem Quartier des Sendertiers handelte es sich ebenfalls um ein Baumquartier. Weitere Individuen werden im Gebiet vermutet.

Nachdem in den vergangenen Jahren auf polnischem Territorium zwei Baumquartiere entdeckt wurden, lag die Vermutung nahe, dass auch sich auch auf deutscher Seite solche Quartiere befinden. Anfang August dieses Jahres gelang ein wichtiger Fund eines Baumquartiers der Teichfledermaus bei Friedrichsthal am Nationalpark „Unteres Odertal“. Es handelt sich um den ersten Nachweis einer Baumwochenstube im Land Brandenburg.

Im Frühjahr 2016 wurde eine männliche Teichfledermaus bei Winterquartierkontrollen im Eiskeller der Alten Mälzerei in Angermünde entdeckt. Das ist bislang der einzige Nachweis dieser Art aus einem Winterquartier der Region. Der Eiskeller in Angermünde zählt zu den bedeutendsten Winterquartieren für die regionale Fledermauspopulation. Das Winterquartier beherbergt in den Wintermonaten über 70 Tiere, bis zu 5 Arten wurden erfasst. Die Tiere kommen aus Liepe (Barnim), Eberswalde und Burg Stargard (Mecklenburg) nach Angermünde, um dort zu überwintern.

Artikelbild: J Horn

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