Die Nationalparkverwaltung Unteres Odertal hat im November 2015 ein Forschungsprojekt zur Untersuchung des Raumnutzungsverhaltens von Schwarzwild in Auftrag gegeben. Auftragnehmer ist Herr Dr. Hinrich Zoller (Büro für urbanes Wildtiermanagement). Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen 12 Wildschweine mit GPS-Halsbändern und Ohrmarken versehen werden.

Die Tiere werden mit großräumigen Fallen tierschutzgerecht gefangen, anschließend betäubt und mit den Sendern versehen. Die Halsbandsender sind mit einer sogenannten Drop-Off-Funktion ausgestattet, d. h. sie können per Funk gelöst werden und sind somit ebenfalls tierschutzgerecht. Mehrmals täglich werden die GPS-Koordinaten des Tieres übermittelt, wodurch ein umfangreiches Bewegungsmuster erstellt werden kann.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, detaillierte Erkenntnisse über das Raumnutzungsverhalten der einzelnen Rotten zu erhalten und insbesondere folgende Fragestellungen zu beantworten:

  • Suchen Wildschweine mit Einstandsgebiet im Nationalpark auch Bereiche außerhalb auf?
  • Wann, wie oft und wo überquert Schwarzwild die Oder bzw. die Hohensaaten Friedrichsthaler Wasserstraße?
  • In welchem Umfang werden die unterschiedlichen Schutzzonen im Nationalpark vom Schwarzwild genutzt?
  • Welchen Einfluss haben Überflutungs- und Vereisungsereignisse auf das Verhalten und die Mortalität des Schwarzwildes im Nationalpark?

Die Ergebnisse fließen nach Abschluss des Projektes in das Wildtiermanagement des Nationalparks ein undsollen dazu beitragen, dieses weiter zu optimieren.

Im Sommer 2016 wurden die ersten Tiere mit Sendern versehen und es konnten erste Auswertungen vorgenommen werden. Hierbei zeigte sich z. B., dass die Tiere während der nächtlichen Nahrungssuche regelmäßig die Hohensaaten Friedrichsthaler Wasserstraße durchschwimmen, um ein Maisfeld nahe der Ortschaft Gatow zu erreichen.

Falls Sie ein besendertes Tier beobachten sollten, bitten wir Sie umgehend Herrn Bornholdt von der Nationalparkverwaltung unter der Telefonnummer +49 (0) 3332 2677256 zu informieren. Verhaltensänderungen in Kombination mit den erfassten Positionsdaten sind sehr hilfreich bei der Projektauswertung.

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