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Nationalpark
Unteres Odertal
Jahresbericht
2007
Liebe Nationalparkfreunde,
in der Uckermark, im äußersten Nordosten
Brandenburgs, findet sich mit dem Nationalpark Unteres Odertal ein ganz
besonderes Naturjuwel. Es handelt sich um
- den
einzigen Nationalpark in Brandenburg
-
den einzigen deutschen Flussauennationalpark
-
eines der Gebiete mit der höchsten Artenvielfalt Deutschlands
-
den einzigen Brutplatz des Seggenrohrsängers in Deutschland
-
das einzige Vorkommen des Purpurknabenkrautes in Brandenburg
-
die größten zusammenhängenden Auwaldreste Brandenburgs
-
eines der größten binnenländischen Rast- und Durchzugsgebiete für Wasservögel
-
das einzige grenzüberschreitend deutsch-polnisch ausgerichtete Schutzgebiet
Deutschlands
-
und..........und...........und
Schnell wird die besondere Bedeutung des
Nationalparks Unteres Odertal deutlich, auch im nationalen und internationalen
Kontext. Der Erhalt und die weitere Entwicklung dieses Schatzes ist Auftrag der
Nationalparkverwaltung und der Naturwacht – eine verantwortungsvolle, schöne
und zugleich motivierende Aufgabe. Was das Nationalparkteam im Jahr 2007 alles
unternommen hat, um diesem Auftrag gerecht zu werden, finden Sie in diesem
druckfrischen Jahresbericht. Die vielen Aktivitäten wären allerdings ohne die
tatkräftige Unterstützung des Nationalparkkuratoriums, der vielen
ehrenamtlichen Helfer, insbesondere vom Naturschutzbund Deutschland, der
Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Uckermark, der Umweltwerkstatt Unteres
Odertal und der Freiwilligen im Rahmen des EUROPARC-Freiwilligenprojektes, der
Natur- und Landschaftsführer, der Kanuführer, der engagierten Menschen in den
Nationalparkgemeinden und -städten, der im Nationalpark tätigen Landwirte,
Jäger, Angler und Fischer und ...und ...nicht mögliche gewesen. Durch die enge
und fruchtbare Kooperation mit den Vertretern der Medien konnte all dies in die
Öffentlichkeit transportiert werden. Bei allen möchte ich mich für Ihr
Engagement für diesen einzigartigen Auennationalpark bedanken!
Viel Spaß beim Schmökern wünscht
Dirk Treichel &
das gesamte Nationalparkteam
Leiter des Nationalparks
Inhaltsverzeichnis
1. Rahmenbedingungen für die Entwicklung
des Nationalparks ...3
2. Schutz der natürlichen Vielfalt und Dynamik
..................................6
3. Management
.......................................................................................... 8
4. Organisation
............................................................................................14
5. Monitoring und Forschung
..................................................................16
6. Naturerlebnisse und Erholung
.............................................................27
7. Bildung
.......................................................................................................32
8. Kommunikation
........................................................................................33
9. Kooperationen, Partner und Internationale
Zusammenarbeit ......36
10. Regionalentwicklung
................................................................................40
1. Rahmenbedingungen für die Entwicklung
des Nationalparks
Der Nationalpark Unteres Odertal konnte in ruhigem Fahrwasser
in 2007 wichtige und große Schritte bei der weiteren Entwicklung des
Schutzgebietes gehen und damit der Umsetzung zentraler Nationalparkziele ein
gutes Stück näher kommen.
Im ersten Quartal traten die Rechtsverordnungen zur
Regelung der Fischerei und zur Regulierung der Wildbestände im Nationalpark
Unteres Odertal in Kraft und führten zu einer entscheidenden weiteren
Zurücknahme von Nutzungen im Nationalparkgebiet. Auf einer Fläche von ca. 615,5
Hektar ruht die Wildbestandsregulierung erstmals vollständig, Rehwild
unterliegt auf einer Fläche von 9695 Hektar keinerlei Regulierung mehr und in
den Waldflächen des Nationalparks werden Rot-, Dam- und Schwarzwild auf ca.
2.000 ha in einem Zeitfenster von acht Wochen mittels Drückjagden reduziert –
die traditionelle Einzeljagd ist passé. In den Poldern ist nun mit wenigen
Ausnahmen das für einen Auennationalpark unerlässliche Frühjahrsangelverbot
eingeführt, in den bestehenden und geplanten Wildnisgebieten ist das Angeln auf
einer Gewässerfläche von 156,1 Hektar gänzlich eingestellt und auf 95,1 Hektar
nur noch übergangsweise zugelassen. Reusen im Nationalpark müssen seit diesem
Jahr mit Fischotterschutzgittern versehen sein. Die Beispiele ließen sich noch
weiter fortführen, deutlich wird die Tragweite der mit den Rechtsverordnungen
eingeführten Nutzungseinstellungen und –einschränkungen.
Aber
auch beim Arten- und Biotopschutz konnten in der Schutzzone II des
Nationalparks 2007 wichtige Teilerfolge erzielt werden. Durch das Ausbringen
von Nistflößen (Kooperationsprojekt mit NABU-Regionalverband Schwedt) wurde mit
127 Brutpaaren der höchste Trauerseeschwalbenbrutbestand seit 1996 verzeichnet
(landesweit brüten lediglich ca. 400 Paare dieser Art). Für das „Sorgenkind“
des Nationalparks – die Trockenrasen – wurden diverse Projekte vorbereitet und
z. T. bereits umgesetzt.
2007 kam es auch zu einer grundlegenden
Neuausrichtung des Unternehmensflurbereinigungsverfahrens, in das die
Nationalparkverwaltung intensiv eingebunden gewesen ist. Das Land Brandenburg hat
hier wie auch bei der Novelle des Nationalparkgesetzes aus den Geburtsfehlern
gelernt und umgesteuert: Mit der Dreiteilung des riesengroßen
Verfahrensgebietes, der Ausgrenzung der zehn Ortslagen und der Vergabe der
bodenordnerischen Leistungen an professionelle Büros wird das Verfahren
deutlich an Fahrt aufnehmen und zu den in der Region schon lang herbeigesehnten
sichtbaren bodenordnerischen Leistungen führen.
Positives gibt es auch zur Lösung der
Eigentumsproblematik/ zur Flächenausstattung des Nationalparks zu berichten.
Bekanntermaßen ist es erklärtes Ziel des Landes, den Nationalpark mit Hilfe des
Flurneuordnungsverfahrens perspektivisch vollständig in öffentliches Eigentum
bzw. in das Eigentum des Trägers des Gewässerrandstreifenprogramms zu überführen.
Mit den bisher vorhandenen Austauschflächen des Landes und des Vereins als
Träger GRP lässt sich dieses Ziel bisher auf lediglich gut 9.000 Hektar
realisieren, so dass noch ein Flächendefizit von rund 1.000 Hektar besteht. Die
Nationalparkverwaltung konnte Ende 2007 den Flächenpool durch den
(einvernehmlich mit den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben abgestimmten)
Erwerb von 63,7 Hektar weiter auffüllen. In 2007 wurden innerhalb des
Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz die
Weichen dafür gestellt, mit der BVVG Verhandlungen zu einem Gesamtkonzept über
den Erwerb der noch dringend benötigten Austauschflächen aufzunehmen. Die
Bereitstellung der Mittel für den Flächenerwerb von Privat, der im Zuge der
Aufnahme der Plan-Wunsch Termine innerhalb des Flurneuordnungsverfahrens
erwartungsgemäß stark ansteigen wird, wird in diesem Zuge ebenfalls
vorbereitet.
2007 wurde auch der Startschuss für zwei weitere
Projekte von zentraler Bedeutung für den Nationalpark gegeben: Die Erstellung
des Nationalparkplans, der von der Nationalparkverwaltung in enger Kooperation
mit dem Nationalparkkuratorium bis Ende 2011 gemäß Nationalparkgesetz
erarbeitet wird. Mit verschiedene Zuarbeiten
werden Planungsbüros beauftragt. Das Nationalparkhaus in Criewen wird
generalüberholt und bis zum 15-jährigen Geburtstag des Nationalparks 2010 ein
neues Ausstellungselement zum Thema Wildnis erhalten. Für beide Projekte werden
in 2008 die Ausschreibungen erfolgen und die Vorarbeiten bereits beginnen.
Die dargestellten Fortschritte und Entwicklungen
zeigen deutlich das Engagement des Landes Brandenburg für seinen einzigen
Nationalpark. Die zur Verfügung gestellten finanziellen Resourcen sind
erheblich und zeigen, wie ernst das Land Brandenburg die Verantwortung für den
Erhalt dieses international bedeutsamen und einzigartigen Schutzgebietes nimmt:
Tab.
1: Ausgaben des Landes Brandenburg für
Projekte von zentraler Bedeutung im Nationalpark Unteres Odertal für 2007 und
Folgejahre (Auswahl).
|
Nr. |
Projekt |
Mittelansatz
(Euro) |
Status |
|
1. |
Flächenerwerb |
327.000 |
verausgabt |
|
2. |
UFBV, Beauftragung beliehener Stellen (bis 2010) |
ca. 5 Mio. |
eingeplant |
|
3. |
UFBV, Finanzierung vorhabens-bedingter Maßnahmen
(bis 2010) |
ca. 3,5 Mio. |
eingeplant |
|
4. |
Restzahlungen Kompensation Einschränkungen
Fischerei VO |
50.000 |
verausgabt |
|
5. |
Nationalparkplan (bis 2010) |
ca. 500.000 |
eingeplant |
|
6. |
Nationalparkhaus (bis 2009) |
ca. 200.000 |
eingeplant |
|
7. |
Studie zu regional wirtschaftlichen Effekten |
ca. 24.000 |
Verausgabt/ eingeplant |
|
Gesamt: |
|
ca. 9.601 000 |
|
Auch personell wurden die Rahmenbedingungen für die
Entwicklung des Nationalparks in 2007 trotz der festgeschriebenen Personaleinsparungen
verbessert. Durch die Abordnung und Stundenaufstockung eines Mitarbeiters an
das LVLF und die Stundenaufstockung eines Mitarbeiters innerhalb der
Nationalparkverwaltung konnte die personelle Schlagkraft für das
Nationalparkprojekt kurzfristig um insgesamt 1,5 Stellen des höheren Dienstes
erhöht werden.
Voraussetzung für die im letzten Jahr erzielten
Erfolge ist neben den skizzierten, seitens des Landes zur Verfügung gestellten
Ressourcen, einem hoch motivierten und engagierten Nationalparkteam ganz
wesentlich auch die umfängliche und intensive Unterstützung der
Nationalparkverwaltung durch Ehrenamtliche gewesen. Neben Aktiven aus dem
Naturschutzbund Deutschland, der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Uckermark
und der Umweltwerkstatt Unteres Odertal engagieren sich in zunehmendem Maße
auch Privatleute für den Nationalpark und unterstützen Naturwacht und
Verwaltung bei Veranstaltungen, Medienpräsentationen und praktischen
Arbeitseinsätzen.
Die sichtbaren Fortschritte bei der Entwicklung des
Nationalparks sind erfreulicherweise einhergegangen mit einer weiteren
Stabilisierung und Verbesserung der Akzeptanzsituation in der Region. Das Image
des Nationalparks hat eine neue Qualität bekommen, Zustimmung zum
Nationalparkprojekt und Bestätigung der guten Kooperation mit der
Nationalparkverwaltung sind immer häufiger von den verschiedensten regionalen
Akteuren zu hören. Gradmesser hierfür ist auch die stetig wachsende Nachfrage
nach Zusammenarbeit und gemeinsamen Projekten, wie auch die Auflistung der Kooperationen auf Seite 39 deutlich macht. Und
ohne die verbesserte Verwurzelung des Nationalparks
in der Region wäre auch die kurzfristige Einwerbung von
Sponsoringmitteln in Höhe von 6.400 € sicherlich nicht möglich gewesen.
Schlüssel für den hohen Grad an Zustimmung für die Arbeit der
Nationalparkverwaltung ist nach wie vor die sehr zeitintensive und offene
Kommunikation mit allen Interessengruppen, die hohe Transparenz bei sämtlichen
Entscheidungen der Nationalparkverwaltung und die frühzeitige Einbeziehung
aller Betroffenen in neue Nationalparkentwicklungen. Der vertrauensvolle Umgang
wird auch darin deutlich, dass die verschiedenen Nutzergruppen zunehmend bei
auftretenden Problemen von sich aus den Kontakt mit der Verwaltung suchen. Als
Beispiele seien bei Jägern auftretende Wildschäden und Abstimmungen mit
Jagdnachbarn oder freilaufende Hunde genannt oder Landwirte, die sich mit
Förderproblemen oder Vertragsfragen an die Verwaltung wenden. Über die
Mitarbeit in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist der Nationalpark eng
verzahnt mit den Aktivitäten der Städte Schwedt/Oder und Angermünde, sowie den
Ämtern Oder-Welse und Gartz.
In mehreren Verhandlungsrunden und Ortsterminen hat
eine kleine Verhandlungsdelegation des Landes und der PCK - Raffinerie im
letzten Jahr in einer sehr konstruktiven Atmosphäre einvernehmlich den gemäß §
9 Absatz 1 Ziffer 6 des Nationalparkgesetzes vorgesehenen Vereinbarungsentwurf
zur Instandsetzung, Unterhaltung und dem Neubau der Abwasserdruckleitung im
Polder 10 erarbeitet. Nach entsprechender Beteiligung der verschiedenen Gremien
werden mit dieser Vereinbarung sowohl die infrastrukturellen Interessen der
Industriebetriebe wie auch die weitere Entwicklungsperspektive des Polders 10
als Wildnisgebiet berücksichtigt.
Im Ergebnis der zurückgehenden Personalkapazitäten
gab es 2007 in der Nationalparkverwaltung Umstrukturierungen bei der
Aufgabenwahrnehmung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und innere
Verwaltung zur Gewährleistung einer weiterhin hohen Arbeitseffizienz. In diesem
Zusammenhang wurden auch die Öffnungszeiten des Nationalparkhauses verändert,
auf die Erhebung eines Eintrittsgeldes verzichtet und der Merchandising-Verkauf
ausgelagert. Im Ergebnis verfügt die Nationalparkverwaltung seit letztem Jahr
auch über eine Stabsstelle für den Bereich Deutsch-Polnische Kooperation/
Drittmittelprojekte. Im Hinblick auf den kurz- bis mittelfristig zu erwartenden
Rückgang an Landesmitteln im Personal- und Sachmittelbereich für den
Nationalpark gewinnt die Akquise von zusätzlichen Ressourcen über
Drittmittelprojekte eine immer größere Bedeutung. Mit dem Start eines Projektes
des Naturstiftung DAVID im Nationalpark, der detaillierten Vorbereitung von
INTERREG-Projekten und der Einbeziehung in verschiedene, bereits beantragte
Forschungsprojekte hat die Nationalparkverwaltung sich hier eine gute
Ausgangssituation geschaffen.
Sehr viel Kraft hat im letzten Jahr auch die
intensive Mitarbeit in dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt
„Qualitätskriterien für deutsche Nationalparke“ gekostet, dessen Träger
EUROPARC Deutschland ist. Ziel des Projektes ist es, für alle 14 deutschen
Nationalparke einheitliche, nationalen und internationalen Anforderungen
gerecht werdende Qualitätsstandards zu erarbeiten, die dann die Grundlage für eine
in einem regelmäßigen Turnus stattfindende Evaluierung bilden (vergleichbar den
deutschen Biosphärenreservaten). Erste Probeläufe in den Nationalparken
Hamburgisches Wattenmeer, Bayrischer Wald, Hainich und Müritz haben gezeigt,
dass das Konzept praxistauglich ist. Bei dem für den Nationalpark Unteres
Odertal auf Grund seiner Besonderheiten besonders relevanten Standard „Raum für
natürliche Abläufe“ konnte in langen Diskussionen eine Formulierung erreicht
werden, die auch für die Region tragbar ist:
"Nationalparke schützen im
überwiegenden Teil ihres Gebietes den möglichst ungestörten Ablauf der
Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik. Grundsätzlich ist dies nach einer
Frist von längstens 30 Jahren nach Erklärung eines Gebietes zum Nationalpark auf
mindestens 75 % der Nationalparkfläche sicher gestellt. Die Flächen zum Schutz
der natürlichen dynamischen Abläufe sind zusammenhängend bzw. unzerschnitten
und weisen wenige Außengrenzen auf.
Nationalparke, bei denen mehr als 30 % der Fläche
nicht im öffentlichen Eigentum sind oder die in Deutschland einen Lebensraum
von globaler Bedeutung komplett umfassen, können längere Fristen im
Nationalparkplan festlegen oder können im überwiegenden Teil großflächig
repräsentative Lebensraumtypen in ihren natürlichen Abläufen schützen."
Die qualifizierte Beendigung des
Gewässerrandstreifenprojektes ist im letzten Jahr ein weiterer Schwerpunkt in
der Arbeit der Nationalparkverwaltung gewesen. Gemeinsam mit dem Ministerium
für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz galt es fachliche und
zuwendungsrechtliche Inhalte zu recherchieren und zu analysieren und den
möglichen konzeptionellen Rahmen für die angestrebte Beendigung in Gesprächen
mit dem „Verein der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres
Odertal e.V.“ als Träger des Gewässerrandstreifenprojektes auszuloten. Im
ersten Halbjahr 2008 sollen nun sämtliche Aspekte zwischen den Beteiligten in
Form eines öffentlich rechtlichen Vertrages geklärt werden.
2. Schutz der natürlichen Vielfalt und
Dynamik
Schutz- und Pflegemaßnahmen
In
den Schwerpunkträumen für Fauna-Flora-Habitas-Lebensraumtypen (FFH-Lebensräume)
wie z. B. Subpannonische Steppentrockenrasen (Festucetalia valesiacae) und Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii) wurde die
Bewirtschaftung den Ansprüchen der zu schützenden Pflanzengesellschaften
angepasst. Die für das Gebiet relevanten Vogelarten gemäß Anhang I der
Vogelschutzrichtlinie wurden weiter im Rahmen eines Monitorings untersucht. Die
Erfassungen und Artbearbeitungen erfolgten im Wesentlichen durch die
Mitarbeiter der Naturwacht, Mitglieder der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft
Uckermark (OAG) und andere ehrenamtliche
Artspezialisten.
Auwaldinitiierung
Nachdem im Rahmen des Schwarz-Pappel-Projekts
auf ca. 16 Hektar durch Pflanzungen in den Jahren 2005 und 2006
Schwarz-Pappel-Auwald initiiert wurde, war 2007 noch eine intensive Pflege der
jungen Pflanzen erforderlich. Diese Pflegearbeiten bestanden vor allem im
Freischneiden der Schwarz-Pappeln, um sie vor schädlicher Konkurrenzvegetation
zu schützen. Zusätzlich wurden zum Schutz vor Mäusefraß Mulchplatten entfernt
und zum Ende der Vegetationsperiode eine Teilfläche vollständig gemulcht. Die
Anzahl der Ansitzwarten für Greifvögel zur biologischen Mäusekontrolle wurde
wesentlich erhöht. Die Wildzäune zum Schutz der Initiierungsflächen wurden
unterhalten und mit Informationstafeln für die Öffentlichkeit versehen. Die
Arbeiten wurden von der Naturwacht im Rahmen eines speziellen Pflegeprojekts
ausgeführt und hatten einen Arbeitsumfang von 822 Stunden. In dieser Zeit
wurden 10 Hektar mit 2.277 Schwarzpappeln gepflegt.
Ziel des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
geförderten Gemeinschaftsprojekts der Stiftung Wald in Not, der Landesforstanstalt
Eberswalde, der Natur-wacht und der Nationalparkverwaltung war die Initiierung
von Auwäldern mit der vom Aussterben bedrohten Schwarz-Pappel in der Flußaue
des Nationalparks. Darüber hinaus war ein Leitfaden zu erstellen, um die
Projekterfahrungen einer breiten Öffentlich-keit zur Verfügung stellen zu
können.
Die Projektziele wurden im vollen Umfang erreicht
und mit einer Pressekonferenz in Criewen der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf
vier Teilflächen mit insgesamt ca. 16 Hektar wurden über 4.000 genetisch
charakterisierte Schwarz-Pappeln angesiedelt und gepflegt. Die Überlebensrate
der teilweise sehr schwachen Pflanzen lag bei Projektende trotz Trockensommer
2006 bei über 50 %, ein respektables Ergebnis. Der „Leitfaden zur Initiierung
von Auwäldern mit der Europäischen Schwarz-Pappel (Populus nigra)“ wurde als 60-seitige, reich illustrierte
Farbbroschüre in einer Auflage von 5.000 Stück gedruckt und wird kostenlos an
Interessierte abgegeben, Restbestände sind noch verfügbar.
Pflanzungen
Neben der Betreuung der Schwarz-Pappel-Pflanzungen
wurden auf vier Einzelflächen (eingezäunte Gesamtfläche von drei Hektar) 500
Eichen- und 1.000 Ulmenheister, 242 Weidensetzstangen und 1.030 Steckhölzer als
Ersatzmaßnahme der Brückenrekonstruktion an der B 166 gepflegt. Auf diesen
Flächen wurden aufgrund der Hochwasserabgänge ca. 1.200 Weidenstecklinge
kostenlos nachgepflanzt.
Stör-Projekt
Seit 1994 engagiert sich die „Gesellschaft zur Rettung des
Störs e. V.“ für die Wiedereinbürgerung des in Deutschland und im gesamten
Baltikum ausgestorbenen Störs. Das Bundesamt für Naturschutz fördert diese
Aktivitäten mit einem groß angelegten Projekt seit 1996. Neben zahlreichen
renommierten Forschungseinrichtungen im In- und Ausland ist auch die
Nationalparkverwaltung Projektpartner. Die großflächigen Überschwemmungsflächen
im Nationalpark werden als wichtiges Nahrungshabitat für die abwandernden
Jungstöre angesehen.
Am 14. Juni 2007 wurde mit dem ersten experimentellen Besatz
von Jungstören aus der Nachzucht ein bedeutendes Etappenziel des Projekts
erreicht. Der Erstbesatz der Oder erfolgte im feierlichen Rahmen und unter
großem Medieninteresse gemeinsam mit polnischen Projektpartnern im Nationalpark
bei Hohensaaten. Auch Vertreter der Fischer und Angler im Nationalpark folgten
der Einladung und zeigten großes Interesse.
Im Laufe des Jahres wurden weitere Besatzaktionen
mit markierten Jungstören in der Oder und im polnischen Odereinzugsgebiet
vorgenommen. Insgesamt wurden über 5.000 Störe ausgesetzt, 1.200 davon
markiert. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Berufsfischern vor Ort konnten
zahlreiche Wiederfänge in der Oder dokumentiert und wissenschaftlich
ausgewertet werden.
Oderaltarm-Öffnung
Im Januar wurde vom Wasser- und Schifffahrtsamt
Eberswalde ein Oder-Altarm mit einem wertvollen Auwaldrest am südöstlichen Ufer
der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße bei Criewen wieder an das
Hauptgewässer angeschlossen. Möglich wurde dies durch eine gezielte Öffnung der
Uferbefestigung in diesem Bereich. Die Funktion des Gewässers als Wasserstraße
wird durch den kleinen, aber feinen Eingriff mit dem Bagger nicht
beeinträchtigt.
Damit wurde dieses Feuchtbiotop, das auch einen
besonders geschützten Lebensraumtyp nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der
Europäischen Gemeinschaft repräsentiert, wesentlich aufgewertet. Fische können
jetzt z. B. wieder in den Altarm wechseln und dort günstige Laich- und
Bruthabitate finden, was neben dem Artenschutz auch die fischereiliche
Produktivität und damit den Wert der Wasserstraße verbessert.
Trockenrasenpflege
Im südlichen Teil des Nationalparks
(Trockenrasengebiet Jungfern- und Krähenberge) konnte der Gebietszustand durch
die im Jahre 2006 wieder aufgenommne Schafbeweidung und den in 2007
realisierten großräumigen Entbuschungsmaßnahmen weiter verbessert werden.
Das Trockenrasenmanagement kommt auch den hier noch
vorkommenden bestandsbedrohten Arten wie Großes Windröschen (Anemone sylvestris), Gewöhnliche
Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
und Kreuzenzian (Gentiana cruciata),
sowie den auf diesen Pflanzengesellschaften lebenden Insekten zu Gute.
Zur Entbuschung von
Teilflächen auf den Trockenhängen wurde mit der DAVID–Stiftung in Thüringen im
Jahre 2007 der Kontakt aufgenommen und erste Maßnahmen für den Winter 2007/2008
festgelegt. Ziel ist es, auf den Trockenhängen in den kommenden Jahren auf
mehreren Flächen mit regionalen Firmen den Gehölzaufwuchs einzuschlagen, zu
häckseln und als Hackschnitzel in Heizkraft-werken einzusetzen.
Umfangreiche Maßnahmen zur Pflege von Trockenrasen
wurden unter Anleitung der Nationalparkverwaltung und der Naturwacht über
Beschäftigungsgesellschaften durchgeführt. Es wurden Schlehen entfernt und
stark verkrautete Flächen auf ca. ein Hektar gemäht. Die Arbeit dient dazu, Teilflächen
für eine Koppelung mit Schafen vorzubereiten. Darüber hinaus wurden
Leiteinrichtungen auf den Trockenrasen errichtet, die eine mit den Zielen des
Nationalparkgesetzes konforme Wasserversorgung der Schafe gewährleistet.
Ein Antrag auf Fördermittel zur Integrierten
Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde zur Verbesserung des „Natürlichen Erbes“
vorbereitet. Er beinhaltet Maßnahmen, die eine zukünftige Pflege der
wertvollsten Trockenrasen im Nationalpark mit Schafen auch dann ermöglichen,
wenn kein Wanderschäfer mehr zur Verfügung steht. Dazu sollen Flächen auf einer
Gesamtlänge von 36 Kilometer eingekoppelt und notwendige Versorgungsbrunnen für
die Tiere errichtet werden. Es wird mit Gesamtkosten von rund einer halben
Million Euro gerechnet.
3. Management

Grafik 1:
Eigentumsverhältnisse im Nationalpark
Unternehmensflurbereinigung
Im Jahr 2007 ist es durch Richtung weisende
Entscheidungen gelungen, die Rahmenbedingungen für den weiteren Verfahrensfortschritt
der Unternehmensflurbereinigung Unteres Odertal wesentlich günstiger zu
gestalten. Maßgeblich hieran beteiligt war der Staatssekretär des Ministeriums
für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz.
Zum einen wurden mit der Novellierung des
Nationalparkgesetzes bereits Ende 2006 die naturschutzfachlichen Ziele in der
Gebietskulisse des Nationalparks definiert, die somit verlässliche
Handlungsgrundlagen aller bodenordnerischen Planungen bilden. Verbunden mit der
Gesetzesnovelle sind zugleich Problemfelder aus der vorherigen Gesetzesfassung
mit der darin enthaltenen Zonierung ausgeräumt worden, wodurch die
Möglichkeiten der Bodenordnung zur Konfliktminderung wesentlich verbessert
wurden.
Damit dies auch zeitnah zum Tragen kommen kann,
werden entsprechend der Entscheidung des Ministeriums externe Kräfte zur
Verstärkung des Personals des Landesamtes für Verbraucherschutz, Ländliche
Entwicklung und Flurneuordnung (LVLF) in die bodenordnerischen Leistungen
eingebunden. Somit wurde die Voraussetzung geschaffen, die Schlagkraft
wesentlich zu erhöhen. Dazu werden durch das Land Brandenburg erhebliche
finanzielle Mittel bereitgestellt.
Durch ein Auswahlverfahren unter Beteiligung des
Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Unteres Odertal
konnten hervorragend geeignete Auftragnehmer für diese anspruchvolle Aufgabe
gefunden werden. Mit der Einbindung dieses externen Personals wird das
Verfahren künftig auch in mehreren selbstständigen Verfahrensabschnitten
fortgeführt, wodurch die Verfahren zeitlich voneinander abgekoppelt werden und
zugleich örtliche Besonderheiten stärkere Beachtung finden können.
Die Umstellung der Verfahrensbearbeitung durch die
Einbindung externer Kräfte wie auch die Aufteilung auf selbstständige Verfahrensgebiete
(Ortslagen, Feldlagen) erforderte vorbereitende Arbeiten des LVLF in großem
Umfange, beginnend mit der abschnittsweisen Aufbereitung der Datenbanken zu den
Eigentümer- und Flächeninformationen, der Aktenaufbereitung, verschiedenen
Vermessungsleistungen zur Abgrenzung der Ortslagen bis hin zu den konkreten
Vertragsverhandlungen mit den künftigen Auftragnehmern.
Nach der erforderlichen Information der
Grundstückseigentümer in der für März 2008 anberaumten Teilnehmerversammlung
kann die Verfahrensteilung dann vollzogen werden. Parallel hierzu wurden
weitere Leistungen durch das LVLF bzw. in dessen Auftrag zur Fortführung des
Verfahrens während des Jahres 2007 erbracht.
Bei der Legitimation der Beteiligten waren
Fortschritte oft nur nach sehr hohem Recherchenaufwand erreichbar. Die noch
offenen Eigentumsbestände sind bzw. waren überwiegend Fälle, in denen über
mehrere Generationen Grundbuchdaten auf Grund von Erbvorgängen nicht
aktualisiert wurden. Durch Kriegswirren vernichtete Archive auf polnischer wie
auch auf deutscher Seite erschweren die Recherchen zudem. Dennoch sind diese
Arbeitsschritte, die letztlich im Regelfall in der Bestellung eines
gesetzlichen Vertreters münden, zwingend erforderlich, um die Wahrung der
Eigentümerinteressen im Verfahren zu ermöglichen.
Die notwendigen Arbeiten zur Bewertung aller
Grundstücke im Verfahrensgebiet wurden forciert, um die Voraussetzung zu
schaffen, das Wertermittlungsverfahren bis zur Offenlegung der Wertermittlungsunterlagen für die Beteiligten
im Jahr 2008 zu führen. In die Leistungen zur Luftbildauswertung, zur örtlichen
Nach- oder auch Erstschätzung von Acker-, Grünland- und Forstflächen, zur
Qualitätsverbesserung der Automatisierten Liegenschaftskarte (zur Beseitigung
bestehender Lagefehler in der amtlichen Liegenschaftskarte) bis hin zur
digitalen Aufbereitung der Wertermittlungsunterlagen waren neben den
Mitarbeitern des LVLF externe Gutachter, Vermessungsbüros und Mitarbeiter
anderer Landesbehörden eingebunden.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete im Jahr 2007 die
Durchführung von Ortslagenregulierungen. Für zahlreiche in das Verfahren
einbezogene Ortslagen konnten bis Ende 2007 bereits die
Ortslagenregulierungsarbeiten (OLR) abgeschlossen werden, so für die Ortslagen
bzw. einbezogenen Ortslagenteile von Friedrichsthal, Stolpe/Linde, Felchow,
Flemsdorf, Crussow, Gellmersdorf, Schöneberg, Alt Galow, Neu Galow und
Stützkow. Dazu bediente sich das LVLF geeigneter Vermessungsbüros.
Die Unterlagen liegen jeweils zur Prüfung auf
Übernahmefähigkeit in das Liegenschaftskataster dem LVLF vor. Der
vermessungstechnischen Prüfung durch das LVLF folgt die Vergabe weiterer
Schritte zur eigentumsrechtlichen Umsetzung der Ergebnisse der OLR durch die
Flurbereinigungspläne. Für Teile der oben genannten Ortslagen werden diese
bereits im laufenden Jahr 2008 erarbeitet.
Die nach dem Flurbereinigungsgesetz notwendigen
Untersuchungen und Planungen der Erschließungsverhältnisse im Verfahrensgebiet
durch sogenannte Wege- und Gewässerpläne wurden weiter komplettiert. Zwischenzeitlich
ist nahezu vollständig Baurecht für die wesentlichen Vorhaben durch die
Genehmigung dieser Pläne herbeigeführt worden, d.h. auch die Planunterlage für
den letzten Abschnitt (für einen Teilbereich von ca. 1.100 ha) liegt dem LVLF
bereits zur Genehmigung vor.
Auch 2007 wurden prioritäre Bauvorhaben aus den
Wege- und Gewässerplänen realisiert. Während in der Vergangenheit eher Vorhaben
aus dem südlichen Teil des Verfahrens zur Umsetzung gelangten, konnte im
vergangenen Jahr mit dem ländlichen Wegebau im Gartzer Bruch, d.h. auch im
Norden des Flurbereinigungsgebietes, begonnen werden. Dem Gartzer Bruch kommt
als Tauschgebiet große Bedeutung zu, um die Flächenverluste der Landwirte durch
den Nationalpark kompensieren zu können. Daher sollen hier weitere
Investitionen folgen, mit denen neben den Erschließungsverhältnissen auch die
Ertragsfähigkeit und –stabilität optimiert werden können.
Bis Ende 2007 wurden Bauvorhaben in einem
Gesamtfördervolumen von ca. 4,0 Mio. €
vergeben. Die Förderung erfolgte bislang ausschließlich aus der Richtlinie zur
Förderung der Flurbereinigung.
Klarheit konnte im Jahresverlauf 2007 unter
Einbeziehung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und
Verbraucherschutz über das finanzielle Engagement des Landes bei der Umsetzung
all jener Vorhaben erzielt werden, die durch die Zielstellungen des
Nationalparks veranlasst sind oder aber zur Kompensation von
Nutzungseinschränkungen erforderlich werden.
Nach wie vor nutzen zahlreiche Eigentümer die
Möglichkeit, ihre im Nationalpark gelegenen Flächen an das Land Brandenburg zu
veräußern. Bis Ende 2007 wurden 101 sogenannte Landverzichtserklärungen (205,8
Hektar) zugunsten des Landes durch das LVLF aufgenommen. Gerade hinsichtlich
der privaten Waldflächen in bestehenden oder beabsichtigten Totalreservaten
wurden durch das LVLF große Anstrengungen unternommen, mit den Eigentümern
Einvernehmen über die Flächenveräußerung oder aber über einvernehmliche
Tauschaktivitäten zu erzielen. Im letzten Jahr wurde erstmalig ein von der Schutzzone
I Ausweisung betroffener Waldeigentümer in eine Austauschfläche eingewiesen.
Weitere Waldflächentäusche sind vorbereitet und werden nach dem Erwerb der
Austauschflächen in 2007 im ersten Halbjahr 2008 umgesetzt.
Neben dem Flächenerwerb von verkaufsbereiten
Privateigentümern konnte auch aus dem Grundvermögen der BVVG der Flächenanteil
des Landes durch Kauf erhöht werden. Weiterhin vorbereitet sind kostenlose
Flächenübertragungen von der BVVG auf das Land nach den bestehenden Regelungen
zum „Nationalen Naturerbe“. Dies macht deutlich, dass kontinuierlich an der
Ausstattung des Landes mit den entsprechenden Nationalparkflächen gearbeitet
wird, um im Ergebnis der Flurbereinigung Konflikte zwischen privatem Eigentum
und Naturschutzauflagen auf der Fläche ausschließen zu können.
Wege- und
Gewässerpläne des Flurbereinigungsverfahrens
2007 hat sich das
Baugeschehen weiter nach Norden verschoben. Besonders im Gartzer Bruch wurden
landwirtschaftliche Wege zur besseren Befahrbarkeit saniert und erneuert. Aber auch
in der Gemarkung Schöneberg sind weitere Wege und Straßen instand gesetzt
worden. 2008 sollen verstärkt die vorgeschriebenen Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen umgesetzt und die ersten Wege in den Poldern für eine
touristische Nutzung instandgesetzt werden.
Straße im
Gartzer Bruch im Rahmen der Flurneuordnung erneuert.
Umsetzung
der Wasserwirtschaftlichen Machbarkeitsstudie
Für die Öffnung des Polders 8 wurde Ende 2007 die
Plangenehmigung erteilt. Die Unterlagen liegen in ausschreibungsreifer Form
vor. Da Fristen bei der Ausschreibung und Vergabe zu beachten sind und während der Hauptbrutzeit nicht gebaut werden
kann, wird mit einem Baubeginn im Spätsommer 2008 gerechnet. Durch das
Einrichten von sechs stationären Grundwassermessstellen in den Poldern 10 und
A/B im Jahr 2007 hat das für die zukünftige dauerhafte bzw. verlängerte Öffnung
der Polder notwendige Grundwassermonitoring begonnen.
Nationalparkplan
2007 wurden die Voraussetzungen für die Vergabe
umfangreicher Kartierungsleistungen geschaffen. Für den Nationalparkplan gibt
es allgemeine Hinweise („Leitfaden“) von EUROPARC Deutschland, der
Dachorganisation der deutschen Schutzgebiete, die auch im Nationalpark
Berücksichtigung finden. So wird der Gesamtplan in die Teile „Leitbild und
Ziele“, „Bestandsanalyse“ und „Projektübersicht“ gesplittet. Während die
Erarbeitung des Teils „Leitbild und Ziele“ Aufgabe der Nationalparkverwaltung
ist, wird die flächendeckende „Bestandsanalyse“ an qualifizierte Fachleute
vergeben. Dies ist insbesondere auch wegen der umfassenden Kartierung der nach
europäischem Recht geschützten Lebensräume (so genannte FFH-Lebensraumtypen)
erforderlich. Die bereits 2006 im Zusammenhang mit der Novellierung des
Nationalparkgesetzes von der Nationalparkverwaltung erarbeiteten „Eckpunkte“
sind für den Nationalparkplan verbindlich. Die Projektübersicht wird von der
Nationalparkverwaltung auf Grundlage von Vorschlägen der beauftragten
Planungsbüros gemeinsam mit den örtlichen Nationalparkakteuren erarbeitet. Das
Kuratorium für den Nationalpark wird umfangreich in die Erarbeitung des
Nationalparkplanes einbezogen, damit ist die umfassende kontinuierliche
Beteiligung der Öffentlichkeit gesichert. Bereits in der Vergabe von Leistungen
an ein Büro wird das Kuratorium einbezogen Innerhalb der Nationalparkverwaltung
wurde Anfang Oktober 2007 eine spezielle Arbeitsgruppe „Nationalparkplan“
gebildet, die für die Erarbeitung des Planes bis Ende 2011 verantwortlich
zeichnet.
Gebietskontrolle
Eine effektive Koordinierung von Gebietsüberwachung
mit anderen Schwerpunkten des fachlichen Rahmenplans führte zur notwendigen
Präsenz der Naturwacht in sensiblen Bereichen des Nationalparks. Dabei wurden
im Laufe des Jahres 106 Verstöße festgestellt und 18 zur Anzeige gebracht.
Vorwiegend handelt es sich bei den Verstößen um freilaufende Hunde, um den
Diebstahl von Infotafeln und Nationalparkschildern, um Sachbeschädigungen und
Wegegebotsmissachtungen.
Deichertüchtigung
Wie schon im Vorjahr wurden
auch im Jahr 2007 umfangreiche Baumaßnahmen zum vorbeugenden Hochwasserschutz
durchgeführt. So wurden insgesamt 3,4 Kilometer Deiche im Bereich des
Nationalparks rekonstruiert bzw. neu errichtet und 5,8 Kilometer stehen kurz
vor der Fertigstellung. Die dabei erfolgten Eingriffe (Entfernen der Grasnarbe
und das Entfernen von Bäumen und Sträuchern) erfolgten wie im vergangenen Jahr
in einem naturschutzfachlich vertretbaren Rahmen.
Bemerkenswert ist hier der Erhalt der auf dem Deich
im Lunow-Stolper Trockenpolder wach-senden landschaftsbestimmenden Altkiefern,
von welchen keine einzige im Zuge der Deichbaumaßnahmen gefällt werden musste.
Darüber hinaus wurde eine im Sommer benutzbare Baustraße zur Umfahrung des
Schöpfwerks I belassen, so dass die Querung sensibler Schutzzone I-Flächen im
Bereich der Alten Oder mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen beendet ist.
Technisch unvermeidbare Eingriffe werden durch
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Nationalparkgebiet weitgehend ausgeglichen,
die im Jahre 2008 weitergeführt werden. Dazu gehörten u. a. Entbuschen von
Trockenrasenflächen, Anlage von Kleingewässer sowie die Deichöffnung im
Staffelder Polder.
Landwirtschaft
2007 wurde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
den Landwirtschaftsbetrieben im Gebiet des Nationalparks fortgesetzt. Die
abgeschlossenen Kooperationsvereinbarungen mit den Landwirtschaftsbetrieben,
zum Beispiel über den Schutz von Auwaldbereichen der Raduhner Platte, wurden
erfolgreich umgesetzt. Konkrete Schritte zur Nutzungsaufgabe wurden hier mit
dem Landwirt vereinbart.
Durch das gemeinsame Wirken von Nationalparkverwaltung,
Landwirtschaftsbetriebe, Wasser– und Bodenverband und ehrenamtlich tätige
Ornithologen gelang es erneut, die Nassstelle im Bereich Gatow des Polders 10
zu erhalten. Weißflügel– u. Weißbartseeschwalben nutzen diese Fläche intensiv
zur Jagd, der Brutplatz war am Rande einer Trauerseeschwalbenkolonie im Polder
B.
Alle Brutplätze des vom Aussterben bedrohten
Seggenrohrsängers und der überwiegende Anteil der Brutplätze vom Wachtelkönig
wurden erst nach der Brutzeit, oft im September/ Oktober, erstmals
landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirte erhielten neben den Zahlungen gem.
Artikel 16 VO (EG) Nr. 1257/1999 und im Rahmen des KULAP auch 33.400 Euro
Vertragsnaturschutzmittel. Die 23 abgeschlossenen Verträge zum
Vertragsnaturschutz konzentrierten sich überwiegend auf den Schutz der Arten im
Grünland, wie Seggenrohrsänger und Wachtelkönig.
Der Rückgang der Zahlungen im Vertragsnaturschutz
resultiert aus der Übernahme von Maßnahmen aus dem Vertragsnaturschutz in das
neue KULAP- Programm ab 01. Juli 2007.
Fischerei
Am 21. März 2007 trat die Verordnung zur Regelung der Fischerei
im Nationalpark Unteres Odertal (NatPUOFischV) in Kraft. Damit existiert
erstmalig seit Gründung des Nationalparks ein verbindliches und einschränkendes
Regelwerk für die Fischerei, das sowohl die Naturschutzbelange des
Schutzgebiets als auch die berechtigten Nutzungsinteressen der Berufs- und
Angelfischerei ausreichend berücksichtigt. Diese Verordnung ist das Ergebnis
eines seit 1999 intensiv und oft kontrovers geführten Verhandlungsprozesses,
der letztendlich zu einem allseits akzeptierten Kompromiss führte.
Die gewerbliche Fischerei wurde von den Betrieben
in der traditionellen Weise fortgeführt. Dank der Entschädigung
wirtschaftlicher Einbußen durch die neuen Vorschriften wie eingeschränkter
Angelkartenverkauf und Otterschutzeinrichtungen in Reusen konnten
betriebswirtschaftliche Schäden oder Betriebsaufgaben verhindert werden. Im
Zuge der Versorgung der Schauaquarien im Nationalparkhaus, der Ausrichtung des
ersten Schwedter Schaufischens und der Unterstützung des
Wiedereinbürgerungsprojekts des Störs kam das gute Verhältnis zwischen
Berufsfischerei und Nationalpark besonders zum Tragen.
Ein
intensiver Dialog mit den hiesigen Jagdpächtern, dem Kreisjagdverband sowie dem
Landesjagdverband Brandenburg, Jägerstammtische und andere Formen der
Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die öffentliche Auslegung des Entwurfs der
Verordnung zur Regulierung der Wildbestände im Nationalpark Unteres Odertal
haben eine auf die Verhältnisse des Nationalparks ausgerichtete praxisnahe
Verordnung geschaffen, welche am 21. März 2007 rechtswirksam wurde.
Auf Grundlage des § 13 des Gesetzes über den
Nationalpark Unteres Odertal und im Zusammenhang mit den § 2 und § 3 der
Verordnung zur Regulierung der Wildbestände im Nationalpark Unteres Odertal
wurde zu insgesamt 13 Ansitzdrückjagden das Einvernehmen der
Nationalparkverwaltung hergestellt.
Erstmalig wurden eine vollständige Jahresstreckenmeldung von
den im Nationalparkgebiet tätigen Jagdpächtern, Eigenjagdbesitzern und der
Landesforst bei der Nationalparkverwaltung abgegeben und die Abschusspläne für
das Nationalparkgebiet zur Zustimmung eingereicht.
Von der Nationalparkverwaltung wird dieses
Zahlenmaterial für die Analyse des Bestandes und der Entwicklung der
Wildtierpopulationen im Schutzgebiet benötigt. Weiterhin wurden für
Jagdpächter/ Jagdausübungsberechtigte, sowie die Vorsitzenden der
Jagdgenossenschaften Informationsveranstaltungen zur praktischen Jagdausübung
nach in Kraft treten der Verordnung zur Regulierung der Wildbestände im Nationalpark Unteres Odertal
angeboten.
Unter maßgeblicher Mitwirkung der
Nationalparkverwaltung wurde die Kooperation zwischen benachbarten Jagdrevieren
im Nationalpark bei der gemeinsamen Durchführung von Ansitzdrückjagden
wesentlich verbessert und somit bei gleichzeitiger Minimierung der
Störeinflüsse effektiver im Hinblick auf die Streckenergebnisse gestaltet.
Forstwirtschaft
Waldumbaumaßnahmen wurden 2007 auf den Landeswaldflächen
der Schutzzone Ib durchgeführt. Im Wesentlichen handelt es sich um die Entnahme
von Kiefern zur Freistellung von Laubbäumen. Drei in der Schutzzone Ib liegende
private Waldbesitzer haben Holzentnahmen einvernehmlich mit der
Nationalparkverwaltung abgestimmt. Im Rahmen des
Unternehmensflurbereinigungsverfahrens wurden Austauschflächen für Waldbesitzer außerhalb des Nationalparks
gefunden.
Angeln
Erstmalig kamen in diesem Jahr umfangreiche Angelverbote,
nämlich in fast allen Gewässern der Schutzzone I b, zum Tragen. Wie
Beobachtungen zeigten, wurde das Verbot zwar weitgehend, jedoch nicht von allen
Anglern respektiert. In zahlreichen Gesprächen wurden Angler über die neuen
Regelungen aufgeklärt. Die Auslegung des Verbots von Wetterschutzvorrichtungen
beim Angeln im Sinne einer Abgrenzung der gebräuchlichen einfachen
Anglerschirme von Zelten wurde diskutiert und gemeinsam verbindlich festgelegt.
Die ebenfalls verbindlich vorgeschriebene Abstimmung
von Angelveranstaltungen mit der Nationalparkverwaltung verlief reibungslos.
Alle beantragten Veranstaltungen konnten durchgeführt werden.
Zum Ende des Jahres, rechtzeitig vor Ausgabe der
Jahresangelkarten für 2008, hat die Nationalparkverwaltung erstmalig ein
„Merkblatt für die Angelfischerei im Nationalpark Unteres Odertal im Jahr 2008“
herausgegeben. Dieses Merkblatt enthält wichtige Hinweise für Angler, welche
Einschränkungen im Nationalpark für sie zu beachten sind, damit Störungen des
empfindlichen Naturhaushalts in Deutschlands einzigem Flußauen-Nationalpark
vermieden werden.
Neben einer Aufzählung allgemeiner Vorschriften aus
Nationalparkgesetz und Nationalpark-Fischereiverordnung, die speziell für
Angler von Bedeutung sind, enthält die achtseitige Farbbroschüre auch eine
komplette Nationalparkkarte. Darin sind die verschiedenen Angelbereiche,
besondere Sperrzonen zum Schutz von Brutvögeln und Bibern sowie spezielle
Anglerwege eingezeichnet. Bei den Sperrzonen ist zu beachten, dass sich im Laufe
des Jahres noch Änderungen ergeben können, die dann vor Ort bekannt gemacht
werden.
Dieses Merkblatt erhält jeder Angler kostenlos mit
der im Nationalpark gültigen Angelkarte ausgehändigt. Außerdem kann es im
Internet unter www.nationalpark-unteres-odertal.eu
eingesehen und ausgedruckt werden, was sich besonders für vergrößerte
Kartenausschnitte empfiehlt. Auf der gleichen
Internetseite findet sich auch die Fangkarte für die Gewässer des Nationalparks,
die ebenfalls mit den Angelkarten ausgegeben wird und ausgefüllt an die
Nationalparkverwaltung zurückzugeben ist.
Karte 1: Auszug aus dem
Kartensatz zur Verordnung zur Regelung der Fischerei.
4. Organisation
Personal
Mit dem 1. Februar 2007 wurde die neue
Personal-Zielstruktur des Landesumweltamtes eingenommen. Sie soll mit einem
endgültigen Personalstand von acht Mitarbeitern in der Nationalparkverwaltung
bis Ende 2009 erreicht sein.
2007 waren in der Nationalparkverwaltung zehn
Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt. Es erfolgte die befristete Abordnung von
eines Mitarbeiters an das LVLF Prenzlau verbunden mit der Aufstockung dieser
Teilzeitstelle auf eine Vollzeitstelle und eine befristete Aufstockung der
Stelle eines Mitarbeiters auf 40 Stunden.
Eine in einem touristischen Projekt Beschäftigte
Mitarbeiterin beendete Ende 2007 ihre Tätigkeit im Rahmen einer Entgeltmaßnahme
der “Ländlichen Arbeitsförderung Prenzlau e. V.“.
Zehn Naturwachtmitarbeiter des NaturSchutzFonds
Brandenburg waren für die Betreuung des Nationalparks, des Nationalparkhauses
und unserer Besucher verantwortlich.
Ein Zivildienstleistender unterstützte die Arbeit
von Verwaltung und Naturwacht. Im Rahmen des „Freiwilligen ökologischen Jahres“
halfen zwei Personen bei der Umsetzung der Nationalparkziele mit, davon eine
traditionell aus Polen.
Zeitkräfte
Tab. 2: Zeitkräfte im Nationalpark
|
Praktikum für die Umwelt |
2 Stellen, 3 Monate |
gefördert
durch Commerzbank, getragen von Europarc Deutschland |
|
Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) |
2 Stellen. 12 Monate davon 1 mit polnischer Teilnehmerin besetzt |
getragen
vom Landesjugendring Brandenburg, gefördert vom Land Brandenburg |
|
Praktikanten |
2 Stellen,1 – 6 Monate |
ohne
Förderung |
|
Berufliche Fortbildung |
1 Stelle, 6 - 11 Monate |
durch
Arbeitsagentur gefördert |
|
Freiwillige/ Ehrenamt |
3.581 Stunden, mehrere Tage, bzw., wochenweise |
ohne
Förderung, im Rahmen Freiwilligen Projekt der Naturwacht beim NaturschutzFonds
Brandenburg und Ehrenamtliche Helfer |
|
ZDL |
1 Stelle |
Bundesamt
für Zivildienst |
|
Auslandspraktikant |
2 Monate |
Deutscher
Akademischer Austauschdienst (DAAD) |
Naturwacht
Der fachliche Rahmenplan wurde auch in diesem Jahr fast
in allen Punkten termingerecht abgearbeitet. Eine Konzentration auf bestimmte
Aufgaben im fachlichen Rahmenplan zu den Punkten Monitoring und Artenschutz
wurde in diesem Jahr begonnen. Die Mitarbeiter der Naturwacht unterstützten
ideenreich und zielstrebig die weitere touristische Öffnung des Nationalparks
und trugen durch ihr Auftreten zur positiven Außendarstellung des Nationalparks
bei.
Die Hauptbestandteile der Naturwachtarbeit bildeten
weiterhin
·
die
Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung mit 35% ( im Vorjahr mit 40%)
·
die
Gebietskontrolle mit 16% (im Vorjahr mit 12%) und der
·
Bereich
Arten und Biotopschutz, Monitoring mit 20% (im Vorjahr mit 24%)
Von den 13.343 geleisteten Arbeitsstunden zur
Schutzgebietsbetreuung wurden 12.250 Stunden (76%) zur Umsetzung von Aufgaben
im Rahmen NATURA 2000 geleistet. Damit wurde innerhalb des Nationalparks die
Schutzgebietsbetreuung auf die europäischen Anforderungen ausgerichtet.
Kuratoriumssitzungen (29.07., 7.12.)
Die
Kuratoriumsmitglieder beschäftigten sich auf den beiden diesjährigen Sitzungen
mit folgenden Themen:
Schwerpunkte
der 29. Sitzung waren unter anderem die Fortführung des
Unternehmensflur-bereinigungsverfahrens, die Wahl der Nationalparkgemeinde
Pinnow, die Entwicklung von Qualitätskriterien und Standards für deutsche
Nationalparke und der Stand der Umsetzung der Wasserwirtschaftlichen
Machbarkeitsstudie insbesondere im Hinblick auf den Polder 8.
Während
der 30. Sitzung des Kuratoriums wurde über das Verfahren zur Beteiligung des
Nationalparkkuratoriums bei der Erarbeitung des Nationalparkplanes gemäß § 7
Abs. 2 des Nationalparkgesetzes, der Ausweisung von Windfeldern in der
Nationalparkregion Unteres Odertal, über die Durchführung einer 2.
Nationalparkkonferenz im 2. Halbjahr 2008 und über eine Ergänzung bzw. Änderung
der Auswahlkriterien zur Wahl der Nationalparkgemeinde beraten.
Lenné-Park
Criewen
Im Lenné-Park Criewen wurden im Jahre 2007 folgende
Arbeiten durchgeführt:
·
Reparaturen
der historischen Feldsteinmauer zwischen Schloss und Verwalterhaus
·
Vorbereitung
des Neubaus bzw. der Rekonstruktion der im Lenné-Park befindlichen historischen
Brücken
·
Ergänzung
der Parkbeschilderung
·
Die
Pflege des Lenné-Parks erfolgte einschließlich des Winterdienstes durch zwei
Forstwirte des Amtes für Forstwirtschaft Eberswalde.
Die
wichtigsten Einsatzgebiete waren 2007 die neuen Fischerei- und
Jagdverordnungen, die neuen touristischen Angebote wie z.B. Kanu fahren und
Reiten sowie die regelmäßige Erfassung von Lebensräumen bedrohter Arten wie
Wachtelkönig, Seggenrohrsänger und Trauerseeschwalbe, als auch das Monitoring
der gefährdeten Brenndolde. Weiterhin fand die GIS-Station mit den
Behandlungsrichtlinien zum Trockenrasen und dem Wegenetz, der Dokumentation zum
Deichbau sowie den mannigfaltigen Arbeiten zur Beendigung des
Gewässerrandstreifenprojektes und den touristischen Großprojekten wie der Tour
de Natur und Nationalparklauf ein breitgefächertes Einsatzgebiet.
5. Monitoring und Forschung
Erfassung
der Artenvielfalt
Neben der Erfassung zahlreicher Arten im
Nationalpark durch Verwaltungsmitarbeiter, Naturwacht und ehrenamtliche
Naturschützer wurden von verschiedenen Einrichtungen aus Forschung und Lehre
und der staatlich geförderten Arbeitsbeschaffung wissenschaftliche und
praktische Untersuchungen durchgeführt. Im Folgenden eine Auswahl der
Forschungsarbeiten 2007:
·
Die Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) führte in
ihrem internen „Produkt Nationalpark“ die Forschung im Nationalpark fort. So
bearbeitete die LFE auch im vergangenen Jahr Themen zur Erfassung und Auswertung von Klimadaten,
Erfassung von Nährstoffdepositionen, Wildforschung und Wildmonitoring.
·
Abschlußbericht Schwarz-Pappel-Projekt
·
Leitfaden zur Initiierung von Auwäldern mit der
Europäischen Schwarz-Pappel (Populus nigra.)
·
Diplomarbeit zum Thema „Angeln in Schutzgebieten“
(Arbeitstitel, begonnen)
·
Master-Arbeit zum Thema „Auswirkungen von
Klimaszenarien auf Waldgesellschaften im Nationalpark Unteres Odertal“
(Arbeitstitel, begonnen)
·
Bachelor-Arbeit „Auswirkungen von Angelverboten auf
Brutvögel im Nationalpark Unteres Odertal“, (Arbeitstitel, begonnen)
·
Abschlußbericht der Arbeitsförderungsmaßnahme
„Kontrolle von Entwässerungsleitungen im Gebiet des Nationalparks Unteres
Odertal“ (Dränagen, Gräben etc.)
·
Praktikumsarbeit „Klimatische Situation im
Nationalpark Unteres Odertal“, im Rahmen eines zweimonatigen internationalen
Austauschpraktikums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes von Anastasia
Revokatova, Studentin an der geografischen Fakultät der Moskauer
Staatsuniversität „Lomonossow“ im Nationalpark Unteres Odertal erarbeitet
·
Diplomarbeit an der Hochschule in Sczcecin von Maja
Piasecka: Reproduktion der Trauerseeschwalbe im
Nationalpark.
·
Masterarbeit an der Humboldt Universität von Y.
Blokhina: Verwertung von Gräsern aus der Spätnutzung im Nationalpark in
Biogasanlagen (Zeitraum 2006/ 2007; Abschluss war Dezember 2007 vorgesehen).
·
Erarbeitung einer Diplomarbeit an der Humboldt
Universität Berlin von Frau Pokey zum Thema: Zum Habitat des Bibers im
Nationalpark und sein Wirken als Landschaftsgestalter (Zeitraum: 2006 – 2008).
·
Im Herbst 2007 wurden im Rahmen eines Projektes zur
Erforschung des Zuges der nordischen Gänse, insbesondere der gefährdeten
Waldsaatgans (Anser fabalis fabalis) im Nationalpark 170 Gänse gefangen
und mit farbigen Halsbändern (und Code) markiert. Unter den gefangenen Vögeln
waren auch 40 Waldsaatgänse. Erste Ergebnisse zur Raumnutzung im Herbst/ Winter
liegen inzwischen vor. Darüber hinaus wurden alle Gänse auf Geflügelpest und
die meisten Gänse auf Bleischrote im Körper untersucht. Das Projekt, was
fortgeführt wird, ist eine Gemeinschaftsarbeit, der Nationalparkverwaltung, der
Beringungszentrale Hiddensee, des Institut für Zoo – und Wirbeltierforschung
Berlin, des Löfflerinstitut Riems und der Projektgruppe „Gänseökologie“ der
Deutschen Ornithologen–Gesellschaft DOG.
·
Im Rahmen des „Wildvogelmonitoring“ zur Beprobung
von Wildvögeln im Zusammenhang mit dem Auftreten der Geflügelpest in
Mitteleuropa wurden im Nationalpark 350 Tupferproben von Wasser – und
Greifvögeln durch ehrenamtliche Ornithologen und Mitarbeiter der
Nationalparkverwaltung bei der Beringung von Vögeln genommen und zur
Untersuchung weitergeleitet.
Von den Mitarbeitern der Naturwacht wurden zehn
FFH- und sechs SPA Arten kartiert, sowie die Mahd- und Beweidungsbegleitung der
Wachtelkönig- und Seggenrohrsänger-Bestände durchgeführt.
Eine systematische und konzeptionelle, umfassende
ökosystemare Umweltbeobachtung bzw. ein Monitoring konnte bisher lediglich für
die Nationalparkwälder organisiert werden. Im Rahmen der 2007 begonnenen
Erarbeitung des Nationalparkplans soll u. a. auch die Erstellung eines
umsetzbaren Monitoringkonzepts durch eine Fremdfirma in Angriff genommen
werden.
Mit der Fachhochschule Eberswalde, Fachbereich Wald
und Umwelt, wurde eine Kooperationsvereinbarung zur Durchführung von
Forschungsarbeiten im Nationalpark vorbereitet, die aktuell zur Unterschrift
bereit liegt.
Anmerkungen zu einzelnen Arten:
Biber (Castor fiber) (vom Aussterben bedroht)
Die Anzahl der Ansiedlungen stieg von 50 (2006) auf 55 im Jahr
2007. Nach der Wiederbesiedlung des deutschen Teils des unteren Odertales zu Beginn
der 1990er Jahre hat der Biber inzwischen fast alle Gewässersysteme im
Nationalpark erobert. Nachdem er zuerst in der eigentliche Flussaue seine Baue
und Burgen errichtete, ist er in den letzten Jahren auch in die kleinen Bäche
und Fließe in die Hangwälder eingewandert.
Örtlich bereitet der Biber mit seiner Grab– und
Bautätigkeit auch Probleme, indem er Baue in und an Hochwasserschutzanlagen
sowie Fließgewässer mit Dämmen anstaut. An Hochwasserschutzanlagen und bei
Überflutung von Grünlandflächen in der Schutzzone II wurden und werden
einvernehmlich Maß-nahmen zur Schadensabwehr eingeleitet. In der Wildniszone,
wo keine wirtschaftliche Tätigkeit mehr erfolgt, wird sein Treiben als
Landschaftsgestalter auch zukünftig uneingeschränkt zu bewundern sein.
Elch (Alces alces) (Ausgestorben oder verschollen)
Im September wurde zwischen Stolpe
und Gellmersdorf ein dreijähriger Elchbulle gesichtet. Ein Jäger konnte das
beeindruckende Naturschauspiel des über die Brache dahin ziehenden Elches
beobachten und den seltenen und heimlichen Besucher sogar fotografieren.
Elchbeobachtungen
im unteren Odertal sind an sich nichts Ungewöhnliches. In den letzten
Jahrzehnten sind diese imposanten Tiere auf ihrer Wanderschaft regelmäßig im
Gebiet aufgetaucht. Die Beobachtungen konzentrieren sich im Herbst, meist im
September, wenn junge Elchbullen in der Vor- und Hauptbrunft auf uralten
Wanderwegen von Ost nach West ziehen.
Foto
René Kunert
Fledermäuse
Durch zwei im Gebiet tätige
Fledermausspezialisten wurde eine große Anzahl neuer Daten zu den Fledermäusen
im Nationalpark ermittelt. Die Arbeit erfolgte im Rahmen einer
Kooperationsvereinbarung zwischen der Nationalparkverwaltung und dem NABU,
Regionalverband Schwedt.
Bei der Feldarbeit gelang dabei der Nachweis von
Fledermausarten des Anhang II der FFH–Richtlinie im bzw. am Nationalpark. So
wurde das Große Mausohr (Myotis myotis)
in zwei Gemeinden am Rande des unteren Odertals festgestellt. Von der
Teichfledermaus (Myotis dasycneme)
wurde ein Tier aus dem Schutzgebiet gemeldet. Eine Mopsfleder-
Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
maus (Barbastella
barbastellus) hält sich gegenwärtig in einem Winterquartier am Rande des
Nationalparks auf, nachdem schon in den Vorjahren Einzelbeobachtungen im unteren
Odertal gelangen.
Es ist davon auszugehen, dass diese seltenen Arten
regelmäßig den Nationalpark bei ihren nächtlichen Jagdflügen aufsuchen. In den
kommenden Jahren werden diese Untersuchungen durch die ehrenamtlichen
Spezialisten fortgeführt.
Großes Mausohr (Myotis
myotis)
Mausohr
(Myotis myotis)
Gänsesäger (Mergus merganser) (vom Aussterben bedroht)
Wie 2006 wurden auch 2007 15 (bis 20) Reviere im
Schutzgebiet kartiert. Mit insgesamt sechs Junge führenden Weibchen war die Reproduktion
ähnlich hoch. Während der Gänsesäger um 1990 noch speziell für diesen
Höhlenbrüter aufgehängte Nistkästen zur Brut bezog, nistet er gegenwärtig
überwiegend in großen natürlichen Höhlungen von alten und zum Teil
abgestorbenen Bäumen in den Hangwäldern. Die weitere Zunahme des Totholzes in
der Wildniszone wird das Höhlenangebot für diesen Wasservogel und andere
Höhlenbrüter vergrößern.
Zwergdommel
(Ixobrychus (minutus) minutus) (vom Aussterben bedroht)
In den Flutungspoldern des Nationalparks waren
mindestens drei Reviere besetzt. Nach dem dramatischen Bestandseinbruch der
letzten Jahrzehnte in ganz Deutschland und dem fast völligen Erlöschen des
brandenburgischen Bestandes (1994 nur noch landesweit sechs Brutpaare bzw.
besetzte Reviere) ist diese positive Entwicklung bemerkenswert.
Silberreiher
(Casmerodius albus)
Der graureihergroße schneeweiße Silberreiher war in
Brandenburg bis vor 40 Jahren ein Ausnahmegast. In der Uckermark wurde er 1978
erstmals beobachtet. Aus dem Nationalpark datiert die erste Beobachtung vom Mai
1991. Ab Mitte der 1990er Jahre setzte eine weitere Zunahme der Nachweise in
ganz Mitteleuropa ein. Heute ist dieser schöne Reiher ein regelmäßiger Gast im
Nationalpark, selbst in den Wintermonaten ist er zu beobachten. Im letzen Jahr
gab es über 100 Beobachtungen im unteren Odertal. Beeindruckend sind
Silberreiher-Ansammlungen wie z. B. 20 Vögel im
Frühjahr im Polder 10 oder 16 Reiher im Herbst bei Gartz/O.



Über die Ursache des
starken Auftretens in Deutschland wird viel spekuliert. Eine Ursache ist sicher
die Erholung des Brutbestandes im südlichen Europa nach einer jahrzehnte-langen
Verfolgung dieses Vogels. Die Veränderung des bisherigen Wanderverhaltens
könnte auch eine Folge von Lebensraumveränderungen sein. Jungreiher fliegen
nach der Brutzeit, bevor sie ihren eigentlichen Wegzug beginnen, ungerichtet umher (Zerstreuungsphase). Dies
führte zu einer weiträumigen Dismigration der Jungvögel in unseren Raum, woraus
sich möglicherweise eine gewisse Tradition entwickelte. Einige Fachleute deuten
dies auch als Anzeichen der globalen
Grafik 2:
Anzahl der Silberreiher-Beobachtungen im Nationalpark..
Klimaveränderung. Nun erwarten Ornithologen die
ersten Bruten in Deutschland, ähnlich wie es schon in den Nachbarländern Polen
und den Niederlanden der Fall ist. Der Nachweis einer Brut ist schwierig, der
Reiher errichtet sein Nest, im Gegensatz zum Graureiher, in ausgedehnten
Schilfbeständen und nur ausnahmsweise auf hohen Bäumen. Außerdem ist er am Nest
ganz im Gegensatz zu seinem Verhalten außerhalb der Brutzeit sehr heimlich. Der
Nationalpark bietet dem schönen Reiher mit seinen großen Wildniszonen wie z. B.
im Polder 10 und Polder 8 durchaus geeignete Plätze zum ungestörten Brüten.
Seeadler (Haliaeetus albicilla) (stark gefährdet)
2007 zogen die sechs Brutpaare (BP) insgesamt vier
Jungadler auf (3 x 0 Junge, 2 x 1 Junge, 1 x 2 Junge). Ein neues Paar
errichtete seinen Horst direkt am Rande des Nationalparks und zog erfolgreich
zwei Junge auf. Während der Wintermonate wurden im Nationalpark Ansammlungen
mit bis zu 20 Seeadlern gezählt. Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um noch
nicht geschlechtsreife Tiere (3 bis 6 Jahre), die als Wintergäste aus
Nordosteuropa hier verweilen.
Wachtelkönig
(Crex crex) (vom Aussterben bedroht)
Bei den Synchronzählungen wurden im Mai 2007 insgesamt 255 und
im Juni 150 Rufer im Nationalpark erfasst. Der Maibestand war im unteren
Odertal der höchste seit 1994. Mindestens elf Bruten wurden bekannt, wo durch
gemeinsames Agieren von ehrenamtlichen Naturschützen, Landwirten und der
Nationalparkverwaltung die noch nicht flugfähigen Jungvögel in verbliebenen
ungenutzten Grünlandstreifen überleben konnten.
Für den Wachtelkönig-Schutz wurden insgesamt 465
Hektar Grünland erst nach Mitte August genutzt. Zusätzlich sicherte der Verein
der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal e. V.
über seine Verträge weitere Flächen für diese gefährdete Vogelart, da auf
Flächen des Vereins in den Überflutungspoldern überwiegend eine Erstnutzung nach
dem 15. August vorgegeben ist. Ein früherer Erstnutzungstermin ist nur bei
Ausschluss von Vorkommen dieser Vogelart (und des Seggenrohrsängers) möglich.
Die Größe dieser Spätnutzungsflächen liegt bei ca. 300 Hektar.
Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) (stark gefährdet)
23 Reviere wurden im Nationalpark kartiert. Die
Nassstelle und deren Umfeld bei Gatow im Polder 10 beherbergten allein bis zu
15 rufende Vögel. Am 19. Mai gelang im Polder B durch einen Eifund der direkte
Brutnachweis.
Kleines
Sumpfhuhn (Porzana parva) (vom Aussterben bedroht)

Diese kleine Ralle lebt
versteckt in der dichten Vegetation in Feuchtniederungen und Großseggenrieden.
In Brandenburg beträgt der Bestand nur 30 bis 35 Reviere. Im Nationalpark
wurden im letzten Jahr fünf Reviere durch Ornithologen der Region gefunden,
drei Reviere davon im Bereich der Nassstelle bei Gatow. Hier gelang auch ein
Nestfund. Mit diesem etwa starengroßen Vogel, der überwiegend unscheinbar braun
gefärbt ist, hat sich besonders intensiv der Ornithologe Winfried Dittberner
be-schäftigt. Er ist einer der besten Kenner dieser in Deutschland seltenen
Rallenart. Zur Verwandtschaft des Kleinen Sumpfhuhnes gehören auch Bleßralle,
Teichralle und Wachtelkönig. Zu Gesicht wird man diesen Vogel kaum bekommen.
Kundigen Naturfreunden verrät er sich durch seine Rufe, die vornehmlich in der
Dämmerung zu hören sind. Im Konzert der Amphibien, Rohrsänger und anderen
Vogelstimmen sind die beschleunigten Rufreihen unter günstigen Bedingungen
mehrere hundert Meter zu vernehmen.
Ornithologisch interessierte Touristen können im
Mai bei Gatow vom Deich aus in der Abenddämmerung ihre Balzrufe hören.
Zwergschnepfe
(Lymnocrytes minimus) (ausgestorben)
Am 01. Juli 2007 gelang dem Beringer Joachim Sadlik
im Nationalpark der Fang eines mausernden Altvogels an einer Nassstelle. Diese
Vogelart, deutlich kleiner als unsere Bekassine und ihr im Aussehen nicht
unähnlich, ist Durchzügler und seltener Wintergast in Brandenburg. Das untere
Odertal wird regelmäßig beim Durchzug aufgesucht. Früher war sie auch in den
ausgedehnten Luchgebieten Norddeutschlands Brutvogel.
Der letzte brandenburgische Brutnachweis stammt aus
dem Jahr 1912, ein Gelegefund im heutigen Kreis Potsdam-Mittelmark. Der letzte
deutsche Brutnachweis stammt aus dem Jahr 1925 in Niedersachsen.
Die uns heute am nächsten liegenden Brutgebiete
befinden sich im östlichen Polen. Im letzten Jahrzehnt gelangen wiederholt in
Brandenburg Brutzeitfeststellungen, aber ohne Brutverdacht bzw. Brutnachweis.
Bei dem in der Dämmerung vorgetragenen Balzflug äußert diese Schnepfe auch
klappernde Balzstrophen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Galoppieren von
Pferden hat. Da diese Balzflüge auch auf dem Durchzug gezeigt werden, sind sie
noch kein Hinweis für einen Brutverdacht, zumal das Brutverhalten dieser
Schnepfenart noch weitgehend unbekannt ist. Aus den eigentlichen Sommermonaten
gibt es im Land Brandenburg nicht einmal ein Dutzend Nachweise. Der Fang eines
Vogels dieser Art um diese Zeit ist schon etwas Besonderes und wird deshalb in
einer ornithologischen Zeitschrift ausführlich nachzulesen sein. Der
Nationalpark mit seinen weiträumigen Grünlandflächen und Nassstellen könnte
durchaus diese kleine Schnepfenart für eine längere Einkehr anziehen.
Weißbartseeschwalbe
(Chlidonias hybrida) (ausgestorben oder verschollen)
In diesem Jahr brüteten fünf Paare am Rande einer
Trauerseeschwalbenkolonie im Polder B, mindestens sieben Junge wurden flügge.
Die Nassstelle bei Gatow, wo sich im letzen Jahr eine große Kolonie dieser Vogelart
befand, wurde regelmäßig zur Nahrungssuche genutzt.
Weißflügelseeschwalbe
(Chlidonias leucopterus) (ausgestorben oder verschollen)
Am vorjährigen Brutplatz an der Nassstelle Gatow
siedelten sich drei Paare an, die erfolglos blieben. Im Polder B, am Rande
einer großen Trauerseeschwalbenkolonie brüteten zwei Paare auf
Krebsscherenbeständen, von denen ein Paar erfolgreich Junge aufzog. Bis Mitte
Juli waren die zwei Jungvögel hier zu beobachten.
Weißflügel- und Weißbartseeschwalbe sind Bewohner
großer naturnaher Flußauen, wo die Vögel nach ihrer Rückkehr aus den tropischen
Winterquartieren im Mai und Juni noch flach unter Wasser stehende
Grünlandflächen finden. Durch die Trockenlegung der Flußauen sind sie aus dem
zentralen Mitteleuropa seit Beginn des 20. Jahrhunderts verschwunden. Seit etwa
zehn Jahren fliegen beide Arten gehäuft wieder nach Deutschland ein. Über die
Ursachen dieser Einflüge gibt es unter den Ornithologen unterschiedliche
Auffassungen. Durch die Renaturierung von Flussauen finden diese seltenen und
gefährdeten Vogelarten auch in Deutschland wieder zunehmend geeignete
Brutplätze.
Trauerseeschwalbe
(Chlidonias niger) (vom Aussterben bedroht)
2007 wurden 127 Brutpaare, davon 78 Brutpaare auf den
Nisthilfen im Nationalpark registriert. Die positive Bestandsentwicklung im
Nationalpark ist ursächlich auf ein verbessertes Reproduktionsergebnis der hier
brütenden Brutpaare und auf eine Vergrößerung der Bestände von Krebsschere
zurückzuführen, denn die Trauerseeschwalbe siedelt sich gern an ihrem
Geburtsort wieder an. Auf den vom NABU Regionalverband Schwedt und der
Naturwacht ausgebrachten Nisthilfen werden im Durchschnitt mehr Junge je Brut
aufgezogen als in Nestern auf den Schwimmpflanzen.
In Auen mit natürlichen Wasserverhältnissen nisten sie
oft in den flach überfluteten Wiesen, wo die Nester nicht bei Sturm vernichtet
werden können. Die Nassstelle bei Gatow im Polder 10 entspricht diesem
Nistplatztyp. Hier erreicht die Seeschwalbe im Durchschnitt auch einen
Reproduktionserfolg, der zur Arterhaltung ausreichend ist.
Wiedehopf (Upupa (epops) epops) (vom Aussterben bedroht)
Der hellbraun, mit auffällig schwarzweiß
gebänderten Flügeln und Schwanz gut amselgroße Vogel ist noch vielen älteren
Bewohnern der Region bekannt. Ein langer gebogener Schnabel und sein
verlängerter Federschopf, der sich bei Erregung zu einem Fächer aufrichtet,
kennzeichnet ihn ausreichend. Im Frühjahr wird man zusätzlich auf seinen Ruf
„hup hup“ aufmerksam.
Die intensive Landnutzung
mit all ihren Begleiterscheinungen hat dazu geführt, dass in den 1970er Jahren
der Bestand in ganz Deutschland bis auf wenige Restpopulationen zusammenbrach.
An der unteren Oder brütete der Wiedehopf seit dieser Zeit nur noch
ausnahmsweise. In den letzten Jahren wurde er etwas häufiger im Nationalpark
festgestellt. 2007 wurden in drei Gebieten des Nationalparks längere Zeit
Reviere besetzt, Bruten waren nicht auszuschließen.
Grafik 3: Anzahl der Wiedehopf-Beobachtungen im Nationalpark.
Der Wiedehopf als Bewohner trockenwarmer Standorte
profitierte sicher vom trockenen und warmen Frühjahr des letzten Jahres. An den
Trockenhängen, wo sich zwei Reviere des Wiedehopfes befanden, wurden auffallend
viele Feldgrillen gehört. Die Grille gehört zur Lieblingsnahrung des schönen
Vogels. Die Optimierung der Landschaftspflege auf den Trockenhängen des
Nationalparks wird zukünftig auch weitere wärmeliebenden Tier- und
Pflanzenarten begünstigen.
Seggenrohrsänger
(Acrocephalus paludicola) (vom Aussterben bedroht)
Bei der Synchronzählung im Mai wurden insgesamt
zehn singende Männchen und ein Weibchen-Revier in zwei Gebieten kartiert. Im
Juni wurden dann leider nur noch vier Männchen-Reviere festgestellt. Die
Datenlage spricht für eine Umsiedlung zum benachbarten polnischen Brutplatz im
unteren Odertal.
Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes wurden im
Nationalpark insgesamt 129 Hektar Grünland für diese gefährdete Vogelart von
Landwirten so bewirtschaftet, dass eine erfolgreiche Jungenaufzucht möglich
war. Durch den Abschluss von Verträgen mit zwei ehrenamtlichen Ornithologen,
dem Einsatz von einem Mitarbeiter der Naturwacht (389,5
Stunden) und
zwei von der Nationalparkverwaltung organisierten Synchronzählungen war es
möglich, die Reviere dieser Art im einzigen Brutgebiet Deutschlands zu finden.
An den Synchronzählungen beteiligten sich insgesamt zwölf Ornithologen aus
mehreren deutschen Bundesländern und aus Polen. Wegen der doch eigenartigen
Brutbiologie dieser Vogelart ist der Nachweis von Weibchen-Revieren innerhalb bzw.
im Umfeld der Männchenreviere nur mit extrem hohem Aufwand möglich. Um die
Gefahr des Ausmähens dieser Weibchen-Reviere zu verhindern, sind bei singenden
Männchen ausreichend große Flächen von einer frühen Erstnutzung auszuschließen.
Das bedeutet eine Erstnutzung erst nach Mitte August.
Durch den Verein der Freunde des Deutsch-Polnischen
Europa-Nationalparks Unteres Odertal e. V. wurde auf weiteren 100 Hektar
Grünland mit Landwirten eine Vereinbarung zur Verschiebung des
Erstnutzungstermins vom 1. Juli auf den 15. August wegen der Besiedlung der
Fläche durch den Seggenrohrsänger vereinbart. Darüber hinaus wurde auf ca. 50
Hektar die Erstnutzung durch Mahd vom 15. August auf Anfang Juli vorgezogen, da
diese Flächen nachweislich vom Seggenrohrsänger 2007 unbesiedelt waren. Mit
dieser Maßnahme wird die Vegetationsstruktur für eine Wiederbesiedlung durch
den Seggenrohrsänger verbessert.
Es wurde begonnen, die Zwischenergebnisse des
Promotionsvorhabens von Franziska Tannenberger zu den Habitatansprüchen des Seggenrohrsängers
im unteren Odertal im Jahr 2007 umzusetzen.
Blaukehlchen
(Luscinia svecica) (stark gefährdet)
2007 wurden insgesamt 20 Reviere im Nationalpark
kartiert, damit deutlich mehr als im Vorjahr. 90 % der Brutpaare dieser Art
siedelten sich im Polder 10 an. Zum Revier des Blaukehlchens gehört ein Mosaik
verschiedener Landschaftselemente wie Weidengruppen, Schilfhorste und
Nasswiesen. Entscheidend sind aber die Wasserverhältnisse, denn trockene
Flächen werden nicht besiedelt. Die Trockenlegung der Landschaft in den
vergangenen Jahrzehnten war die entscheidende Ursache für das Aussterben in
vielen Landstrichen Mitteleuropas.
Weberbock (Lamia textor) (vom Aussterben bedroht)
Im Jahr 2007 gelang durch eine zufällige
Beobachtung auf einer Auwaldinitiierungsfläche der Erstnachweis des seltenen
Weberbocks für den Nationalpark. Dieser imposante Bockkäfer ist eine typische
Art der Weichholzaue und nach Bundesartenschutzverordnung geschützt. Wegen der
starken Gefährdung ist er in den Roten Listen aufgeführt.
Stachelgurke
(Echinocystis lobata) (Neophyt)

Die
Gelappte Stachelgurke oder Igelgurke (Echinocystis lobata)
ist die einzige Pflanzenart der monotypischen
Gattung Echinocystis aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die Pflanze
stammt aus dem östlichen Nordamerika, wo sie vor allem in
Ulmen-Silberahorn-Auenwäldern und Auen-Gebüschen vorkommt. Karte
2: Verbreitung Stachelgurke

In Europa ist die
Stachelgurke seit Anfang des 20. Jahrhunderts als eingebürgerter Neophyt
bekannt. In den vergangenen zehn Jahren hat die Pflanze auch das untere Odertal
erobert und breitet sich rasant aus. Die kriechende bis kletternde, einjährige,
krautige Pflanze überwuchert dabei die Kraut- und Strauchschicht. Sie wächst
sehr schnell und ihr Stengel erreicht Wuchslängen von bis zu acht Metern. Sie
ist einhäusig getrenntgeschlechtig und bildet lange Blütenstände. Sie blüht von
Juli bis September in kleinen, unscheinbaren, weißen
Karte 3: Verbreitung Stachelgurke
Blütenständen. Die
stachelige Beere ist etwa fünf Zentimeter lang und enthält glatte Samen. Die
Indianer nutzten die Stachelgurke als Medizin, da Wurzeln und Beeren als
giftige Bitterstoffe Cucurbitacine enthalten.
Erlengrübling
(Gyrodon lividus) (stark gefährdet)
Während der FFH-Kartierung im Gartzer Schrey gelang
der Naturwacht der Neufund einer Pilzart im Nationalpark. In einem
Erlen-Eschenwald entdeckten die Kartierer den Erlengrübling. Der Mykorrhizapilz
ist ein typischer Erlenbegleiter in Sümpfen und Mooren sowie an Teich- und
Bachrändern.
Der essbare Röhrling steht in Deutschland unter
Naturschutz und sollte deshalb nicht gesammelt werden. Er ist die einzige Art
seiner Gattung. Die Röhrenschicht ist im Gegensatz zu den anderen Röhrlingen
auffallend dünn, besonders am Jungpilz. Die am Stiel weit herab laufenden
Röhren lassen sich nur schwer vom Hutfleisch trennen, ein weiteres untrügliches
Merkmal zur Unterscheidung von anderen Röhrlingen.
Kartierung
von Fauna-Flora-Habitat–Lebensraumtypen
Im Jahre 2007 wurde im Nationalpark die Kartierung
der FFH-Lebensraumtypen durch Mitarbeiter der Naturwacht fortgesetzt. Dabei
wurden 220 Hektar Fläche begutachtet und 122,8 Hektar als FFH-Gebietsfläche
kartiert. Im Jahr 2008 soll im Rahmen des zu erstellenden Nationalparkplanes
eine komplette Kartierung der FFH-Lebensraumtypen im gesamten Nationalpark
erfolgen. Die bisherigen Kartierungen der Naturwacht werden dabei integriert.
Untersuchung
von Biofilmen
Das Institut für Technischen Umweltschutz der TU
Berlin hat unter der Leitung von Professor Szewzyk die Untersuchungen an Biofilmen
in den Gewässern des Nationalparks fortgeführt und deutlich intensiviert. Für
das Projekt „Entwicklung eines Indikatorsystems für Verockerungsprozesse“
wurden mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung zur Gewinnung von
Untersuchungsmaterial drei Bioreaktoren auf Schwimmflößen im Polder 10
ausgebracht. Das durch das Bundesforschungsministerium geförderte Projekt ist
auf mehrere Jahre angelegt und basiert auf der außergewöhnlichen mikrobiellen
Artenvielfalt im Nationalpark.
Vogelgrippe
Die Unterstützung des Landkreises bei der Bergung
an Vogelgrippe erkrankter Tieren erfolgte auch im Jahr 2007. Bei den drei
geborgenen toten Vögeln wurde aber kein H5N1 Virus festgestellt.
Klimadaten
Auf einer Lichtung im Forstrevier Wildbahn bei Gatow befindet sich
eine vollautomatische Klimastation. Mit modernster Technik werden alle
wichtigen Klimadaten rund um die Uhr gemessen und halbstündlich aufgezeichnet.
So liegen Daten zur Lufttemperatur, Bodentemperatur, Strahlungsintensität,
Luftfeuchte, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Windrichtung vor.
Im Rahmen der Kooperation zwischen
Nationalparkverwaltung und Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) wird die
Klimastation von Wissenschaftlern der LFE betreut. Dazu gehört sowohl die
technische Wartung als auch das Auslesen der gespeicherten Daten. Die Daten
werden der Nationalparkverwaltung als Datensammlung und in Form einer
klimatischen Auswertung zur Verfügung gestellt.
Die speziellen Klimadaten aus dem Nationalpark
bilden einen wichtigen Bestandteil der ökosystemaren Umweltbeobachtung und
können zur Erklärung der Naturprozesse mit herangezogen werden. Auf lange Sicht
lassen sich damit auch konkrete Klimaveränderungen im Nationalpark nachweisen.
Grafik 4:
Temperaturmessungen der auf Datenloggerbasis arbeitenden Klimastation.

Grafik 5:
Niederschlagswerte der auf Datenloggerbasis arbeitenden Klimastation.
Die Auswertungen der Tagesmitteltemperaturen lassen
den Schluss zu, dass das Jahr 2007 durch milde Winter und einen kühlen Sommer
gekennzeichnet ist. Dennoch war das Jahr überdurchschnittlich warm. Die
Jahresmitteltemperatur lag bei 10°C (langjähriges Mittel Station Angermünde:
8,3°C). Der Januar war mit 4,6°C ungewöhnlich mild, die Monate Februar und
Dezember waren die kältesten mit jeweils 1,6°C. Der wärmste Monat war der Juni
mit 18,8°C, die Sommermonate Juli und August waren mit 18,4°C und 18,1°C schon
wieder kälter.
Die Betrachtung der Niederschläge offenbart, dass
2007 ein relativ feuchtes Jahr war. Die Gesamtniederschlagsmenge von 581,9 mm
(langjähriges Mittel bei 450 mm) zeigt dies deutlich. Auffällig ist, dass im
April mit nur 1,6 mm fast kein Niederschlag fiel, auch der Oktober war mit 13,4
mm Niederschlag recht trocken. Umso ergiebiger waren die Niederschläge von Mai
bis Juli, im letztgenannten Monat fielen mit 98 mm die meisten Niederschläge.
6. Naturerlebnisse und Erholung
Besucherbetreuung
35.000 Besucher und Gäste nutzten im Jahresverlauf
die naturkundlichen Angebote verschiedener Nationalparkeinrichtungen (Nationalparkhaus,
Wildnisschule, Naturwacht, Natur- und Landschaftsführer u. a.). Auf 529
Veranstaltungen (Exkursionen, Führungen, Naturerlebniswanderungen, Vorträge)
wurden 14.565 Teilnehmer gezählt. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem
Vorjahr um 18 Prozent.
Grafik 6: Besucherbetreuung im Nationalpark.
Die Ausstellung des Nationalparkhauses mit dem
größten Aquarium im Oderraum besuchten 19.672 interessierte Gäste. Nach sieben
Jahren ist das Besucherzentrum vielen Einheimischen bekannt und wird vor allem von
Touristen aufgesucht.
Die Optimierung des Hausbetriebes führte zu neuen
Öffnungszeiten, zur Aufhebung des Eintrittspreises und zur Auslagerung des
Nationalpark-Ladens. Ab 1. Januar 2008 ist die Ausstellung im Nationalparkhaus
im Winterhalbjahr (1.11. bis 31.3.) von Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
und im Sommerhalbjahr (1.4. bis 30.10.) täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Anmeldungen für Gruppen sind ganzjährig täglich möglich.
Seit der Eröffnung des Nationalparkhauses im
September 2000 haben mehr als 167.000 Besucher,
die Dauer- und Sonderausstellungen (2007 – Fotoausstellung zu Singschwantagen,
Neozoen in Brandenburg) gesehen.
Grafik 7:
Besucher im Nationalparkhaus.
Tab. 3: Monatliche Verteilung der Nationalparkhaus-Besucher
seit der Eröffnung.
|
Jahr/ Monat |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
|
Januar |
0 |
1015 |
710 |
511 |
523 |
447 |
349 |
1186 |
|
Februar |
0 |
1234 |
2883 |
631 |
793 |
315 |
559 |
2504 |
|
März |
0 |
1274 |
2161 |
1319 |
843 |
978 |
517 |
943 |
|
April |
0 |
2974 |
2350 |
2242 |
2066 |
1546 |
2230 |
1834 |
|
Mai |
0 |
4840 |
4245 |
4189 |
4244 |
3814 |
2942 |
2727 |
|
Juni |
0 |
3756 |
3300 |
2786 |
2566 |
1937 |
2232 |
1862 |
|
Juli |
0 |
3480 |
3253 |
2334 |
2636 |
2468 |
1756 |
1914 |
|
August |
0 |
3221 |
2767 |
2268 |
2248 |
2538 |
2376 |
2634 |
|
September |
4838 |
2258 |
2729 |
2313 |
2423 |
2097 |
1756 |
1756 |
|
Oktober |
4049 |
2355 |
2709 |
2153 |
1556 |
2331 |
1674 |
1895 |
|
November |
1812 |
904 |
711 |
609 |
397 |
296 |
369 |
193 |
|
Dezember |
1128 |
711 |
656 |
566 |
433 |
294 |
356 |
224 |
|
Gesamt |
11827 |
28022 |
28474 |
21921 |
20728 |
19061 |
17116 |
19672 |
Veranstaltungen
2007 fand eine große Zahl traditioneller Großveranstaltungen,
die gemeinsam mit Partnern vorbereitet und durchgeführt wurden, statt.
Zu diesen gehörten die 1. Singschwantage (1.918
Teilnehmer), der 13. Polderlauf (100), die 13. Tour de Natur (1.200), der 25.
und 26. Deutsch-Polnische Grenzlauf (150), der 2. Nationalparklauf (350), die
2. Kranichtage (1.820) und das 15. Internationale Landschaftspleinair.
Im Folgenden wird auf einige Veranstaltungen näher
eingegangen:
1.Singschwantage
(23. - 25.02.)
Nachdem 2006 die Singschwantage
wegen der Vogelgrippe ausfallen mussten, konnten wir zu den 1. Singschwantagen
1.900 Gäste begrüßen. Reichlich doppelt so viele Besucher wie Singschwäne
wanderten mit den Mitarbeitern der Naturwacht und Nationalparkverwaltung bei
herrlichem Sonnenschein auf die Deiche vor Criewen, um die sagenumwobenen
weißen Vögel zu beobachten. Die Kinder der Kita Regenbogen hatten zur
Eröffnungsveranstaltung ein Singschwan-Theater aufgeführt, es war eine
Fotoausstellung von Fred Schulze zu bewundern und während der Vorträge „Mythos,
Märchen & Fakten“ war viel Interessantes zu erfahren.


Grafik 8:
Ansammlungen von Singschwänen im Nationalpark.
13. Tour
de Natur (13.05)

Die Familienfahrt ins Grüne vereinte wieder mehr als 1.200
Radler und führte von Schwedt zum Nationalparkzentrum nach Criewen. Die
Mitarbeiter der Naturwacht, Natur- und Landschaftsführer, und
Nationalparkmitarbeiter nahmen die Teilnehmer als Tourbegleiter am Oder-Center
in Schwedt/O. in Empfang und führten sie auf acht verschiedenen Routen durch
den Nationalpark und die Nationalparkregion zum Schloss Crie-wen. Dort trafen
sich alle zu einem gemeinsamen Pick-nick. Hier hielten Vereine und
Organi-satoren ihre Angebo-te bereit. Neben den traditionellen Tour-T-Shirts
sorgte eine große Tombola für zusätzliche Überraschungen.
2.
Nationalparklauf (29.09.)
Zum zweiten Mal wurden am 29. September die
Sportarten Laufen, Walken, Wandern und Radfahren zu einem großen Volkssporttag
in Criewen vereinigt. Trotz Dauerregen nahmen über 350 begeisterte Sportler und
Sportlerinnen teil. Zur Auswahl standen für die einzelnen Altersklassen
verschiedene Strecken durch den Nationalpark. Am Ziel in Criewen erwartete die
Teilnehmer ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Verpflegung, Kinderspiel und
Sofortfoto der Märkischen Oderzeitung. Infostände ortsansässiger Krankenkassen
boten Geschicklichkeits- und Gewinnspiele. Überraschungsgast des Tages war 5000
Meter Europameister Thomas Wessinghage.
2.
Kranichwoche (28.09. - 07.10.)
Die deutsch-polnische
Gemeinschaftsveranstaltung bot den Besuchern täglich von 6 bis 20 Uhr ein
buntes Programm rund um den Vogel des Glücks auf beiden Seiten der Oder. 1.800
Gäste nahmen an
Grafik 9:
Ansammlungen von rastenden/ durchziehenden Kranichen im Nationalpark.
1. Preis im Kreativwettbewerb:
Kita Regenbogen Gartz(Oder)
den
Einzelveranstaltungen teil.

Mit Diavorträgen,
Exkursionen, einer Foto-ausstellung, Lesungen, Kremserfahrten, Radtouren,
Schiffsfahrten und Kirchturm-besteigungen wurde die Welt des Kranichs für
unsere Gäste hautnah erlebbar. Bei unseren Nachbarn in Marwice wurde vor den
Kranichexkursionen am Lagerfeuer ein echt polnischer Imbiss gereicht. Leider
fanden viel zu wenig Besucher den Weg in das polnische Nachbarland. Ein Manko,
dass bei der kommenden Kranichwoche durch einen Busshuttle und entsprechender
Werbung behoben werden soll. Höhepunkt der Kranichwoche war wieder der Markttag
am 3. Oktober mit dem Zieleinlauf der Sportler des deutsch-polnischen
Nationalparklaufs, bei dem 600 Gäste gezählt wurden. Viele Händler boten
regionale Produkte an. Es gab u. a. Bastel- und Wissensstraßen, einen
Streichelzoo mit Pferdereiten, ein Karussell, Preis- und Taubenschießen. Eine
polnische Volkstanzgruppe und die Blaskapelle aus Penkun gestalteten ein
Showprogramm. Auch diese Kranichwoche wäre ohne den Einsatz vieler fleißiger
Helfer nicht realisierbar gewesen. In der Vorbereitungsgruppe arbeiten
inzwischen neun Institutionen engagiert mit. Abschließend wurde ein
Dokumentationsfilm zur Kranichwoche mit einem lokalen TV-Sender produziert.
Anlässlich der Kranichwoche wurde im Oktober durch das Amt Gartz (Oder) zu
einem Kreativwettbewerb aufgerufen. Das Hauptthema war natürlich der Vogel des
Glücks, der Kranich. Viele Kinder und Erwachsene sowie Schulen und Kitas der
Region nutzten diesen kleinen Wettbewerb, um
sich künstlerisch mit dem Thema „Kranich“ zu
beschäftigen. Amtsdirektorin von Gartz(Oder) nahm gemeinsam mit
Nationalparkleiter und Vertretern des Gartzer Fördervereins die Prämierung vor.
Neben Geldpreisen wurden Sachpreise, wie Schlafsäcke, Fotoapparate und
Spielzeug an die Preisträger vergeben.
1.
Schwedter Schaufischen (11.11.)
Am 11. November fand das erste Schwedter Schaufischen im
Nationalpark mit ca. 150 Besuchern statt. Fischermeister Helmut Zahn setzte mit
seinen Mitarbeitern und Helfern in der
Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße direkt vor dem Fischergarten in
Schwedt das Zugnetz zum großen Fischzug aus. Interessierte konnten aus nächster
Nähe erleben, wie die Oderfischer ihrem traditionsreichen Beruf mit einer seit
Jahrhunderten kaum veränderten Fangmethode nachgehen. Im Fischergarten bestand
die Möglichkeit, sich mit einem zünftigen Fischerimbiss aus dem reichhaltigen
Gaststättenangebot zu stärken, den großen Fischzug im Ruderboot (Bootsverleih
vor Ort) zu begleiten, das kleine Fischereimuseum zu besichtigen und natürlich
den frisch gefangenen Fisch direkt aus dem Netz oder in verarbeiteter Form, z.
B. als Räucherfisch zu kaufen. Die Nationalparkverwaltung und die Naturwacht
waren mit einem Informationsstand vor Ort und beantworteten Fragen der Besucher
zum Naturschutz und der Fischerei mit Netz und Angel im Nationalpark.
1.
Erntefest der Nationalparkregion (01. 09.)
Am 1. September fand das „1. Erntefest der
Nationalparkregion Unteres Odertal“ auf dem Gutshof in Pinnow statt. Die
Verbundenheit der Gemeinde Pinnow mit dem Nationalpark Unteres Odertal zeigt
der nach 20 Jahren geänderte Name des traditionellen Erntefestes in „Erntefest
der Nationalparkregion“. Das Fest wurde von Amtsdirektor Detlef Krause und
Nationalparkleiter Dirk Treichel eröffnet. Acht Kutschen und vielen Erntewagen
im Festumzug durch das Dorf begeisterten mehrere hundert Besucher, darunter
auch viele Polen. Der Nationalpark war mit einem Informationsstand dabei.
Kanufahren im Nationalpark
Die 2006 eingerichteten geführten
Kanutouren im Nationalpark wurden auch 2007 von den Besuchern sehr gut
angenommen.
Insgesamt 252 Personen in
137 Booten sind vom 15. Juli bis 14. November auf den beiden Kanustrecken durch
den Nationalpark gepaddelt.
Die jährliche
Kanuführerschulung fand am 15. März im Schloss Criewen statt. Es wurden 22
Personen zu den Besonderheiten des Paddelns im Naturschutzgebiet unterrichtet
und damit zu zertifizierten Kanuführern für das Jahr 2007 ausgezeichnet. Die
Infrastruktur der Kanustrecken wurde weiter verbessert. 2007 wurden für 11.388
Euro Holz-Kanueinstiege an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße durch
Metallstege ersetzt.
7. Bildung
Umweltbildung
Die Kindergruppe des Nationalparks
Unteres Odertal „Die Kiebitze“ trafen sich im Jahreslauf an 20 Tagen.
Schwerpunkte ihrer Tätigkeiten sind die Pflege des Kiebitzgartens in Meyenburg,
Erkundungen im Nationalparkgebiet und Zählungen von Tier- und Pflanzenarten.
Traditionelle Aufgaben für die Kiebitze sind u. a. die Auszählung der
Graureiherkolonie bei Schwedt(Oder), der Kormorankolonie im mittleren
Nationalparkgebiet, der Adonis-röschenhänge bei Gellmersdorf und die Pflege des
Trockenrasens auf dem Butterberg bei Zützen sowie die Betreuung einer
Nistkastenstrecke in der Nähe des Kiebitzgartens. Zu den ersten
Singschwan-tagen übten die Junior-Ranger mit den Kindern der Kita „Regenbogen“
in Schwedt (Oder) ein Theaterstück ein, das den Besuchern sehr viel Freude
bereitete. Höhepunkte der „Kiebitz“-Aktivitäten waren das 10. Deutsch-
Polnische Kindertreffen in Osuch bei Gryfino im
Juni 2007, die Teilnahme am 5. Brandenburger Junior-Rangertreffen im Naturpark
Uckermärkische Seen im August 2007, die traditionelle Apfelernte mit Malwettbewerb
im Parkgarten Criewen mit Prämierung des besten Bildes für das Etikett auf den
Apfelsaftflaschen der Saison 2007.
Die Junior-Ranger helfen regelmäßig bei
Großveranstaltungen und übernehmen die Funktion der Besucherbetreuung und
Information, z. B. auf der Grünen Woche in Berlin mit einem gestalteten
Bühnenprogramm oder während der 13. Tour de Natur.
Grundschule
Gartz
Mit der Grundschule Gartz wurde ein
Kooperationsvertrag abgeschlossen. Er beinhaltet die Einrichtung einer
Arbeitsgemeinschaft (AG), die einmal monatlich Schülerinnen und Schüler
zusammenführt, um sich naturkundlich unter Anleitung zu betätigen. Mitarbeiter
der Naturwacht führen die AG durch.
Schulmesse
Der Nationalpark präsentierte sich am 21. und 22.
März auf der Touristischen Schulmesse in Szczecin mit einem Informationsstand.
Die Mitarbeiter der Naturwacht und die
Teilnehmerinnen am freiwilligen ökologischen Jahr engagierten sich mit
zweisprachig vorbereiteten Umweltbildungsspielen für Kinder. Angebote für
Kinder und Jugendliche rund um die Natur ergänzten das Informationsangebot aus
dem benachbarten deutschen Nationalpark.
8. Kommunikation
Medien
Das Medieninteresse am Nationalpark ist ungebrochen hoch. Im Jahresverlauf
wurden 30 Pressemitteilungen herausgegeben sowie fünf Pressegespräche und drei
Pressefahrten organisiert. Zehn Film- und TV-Teams hielten sich zu Dreharbeiten
im Nationalpark auf. Das ZDF sendete im Mai einen Wetterbericht live aus dem
unteren Odertal. Hörfunk und TV vom rbb weilten wiederholt zu Aufnahmen im
Nationalpark. Zusätzlich wurden 20 Interviews zur Entwicklung des
Nationalparks, zu Veranstaltungen und zu Besonderheiten der Fauna und Flora
gegeben. Im Jahresverlauf erschienen ca. 500 Artikel in regionalen
Tageszeitungen und Anzeigenblättern. Diese erscheinen in einer Gesamtauflage
von 165.000 Exemplaren. Bezogen auf die dort 2007 jeweils erschienenen Artikel
ergeben sich 13 Mio. Leser-Kontakte.

Pressefahrten
Am
16. August besuchte der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias
Platzeck, im Rahmen einer von der Tourismus Marketing Brandenburg organisierten
touristischen Pressefahrt den Nationalpark. Die Fahrt mit dem Rad führte von
Stützkow an die Oder und wurde von ca. 50 Medien- und Pressevertretern
begleitet. Alle Teilnehmer zeigten sich von der jüngsten Entwicklung im
Nationalpark beeindruckt. Die nachfolgende Pressewirkung war überwältigend.
Am 31. August fand zum Abschluss des Schwarz-Pappel-Projektes
im Beisein des Umweltstaatssekretärs Dietmar Schulze eine Pressefahrt zu den
Auwald-Initialisierungsflächen statt. Wissenschaftler der Landesforstanstalt
Eberswalde stellten die Projektergebnisse vor und übergaben den frisch
gedruckten Auwald-Leitfaden der Öffentlichkeit. Das von Frühjahr 2005 bis
Sommer 2007 laufende Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und
der Stiftung Wald in Not gefördert.
Zu seinem ersten Besuch nach der
Novellierung des Nationalparkgesetzes kam am 21. November der Minister für
Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Dietmar Woidke, in
Begleitung seines Staatssekretärs Dietmar Schulze in den Nationalpark. Ziel der
Stippvisite war der Informationsaustausch über die jüngsten Entwicklungen im
einzigen Auen-Nationalpark Deutschlands. Während der Exkursion an die Oder
konnte sich der Minister über die aktuelle Entwicklung einer ca. 170 Hektar
großen Wildniszone, über die Umsetzung der Verordnung zur
Wildbestandsregulierung und über die spürbare Akzeptanzsteigerung in der Region
informieren.
Veröffentlichungen
Zur
Vorbereitung der im Jahresverlauf stattfindenden Großveranstaltungen wurden von
der Nationalparkverwaltung sechs Faltblätter herausgegeben.
Folgende Faltblätter
erschienen im Layout der Nationalen Naturlandschaften in Auflagen von 3 bis
5.000 Exemplaren:
Kanutouren im Nationalpark Unteres
Odertal
Singschwantage im Nationalpark
Unteres Odertal
Kranichtage im Internationalpark
Unteres Odertal
Veranstaltungskalender 1. Halbjahr
2007
Veranstaltungskalender 2. Halbjahr
2007
Das Poldersystem des unteren
Odertals
Die
redaktionellen Arbeiten für das Basis-Faltblatt des Nationalparks konnten 2007
abgeschlossen werden. Der neue achtseitige Faltblätter erscheint in einer
Auflage von 35.000 Exemplaren im Frühjahr 2008.
Die
im Nationalparkhaus zur Eintrittskarte gehörenden zehn Informationskarten
wurden inhaltlich überarbeitet und aktualisiert. Der Schuber wurde in einer
Auflage von 30.000 Exemplaren im Layout der Nationalen Naturlandschaften
gedruckt.
Nationalparkkarte
Im Jahr 1999 wurde vom Landesvermessungsamt mit den
Planungen für Wanderkarten für Großschutzgebiete im Maßstab 1: 50.000 begonnen.
Die erste Wanderkarte für den Nationalpark Unteres Odertal erschien 2003. Im
Jahr 2006 wurde mit der ersten Überarbeitung und Korrektur der Karte begonnen.
Seit Frühjahr 2007 steht eine neue, aktualisierte Fassung der Freizeit- und
Wanderkarte des Nationalparks Unteres Odertal zur Verfügung. Diese
berücksichtigt die mit der Gesetzesnovellierung einhergehenden Grenz- und Zonierungsveränderungen.
Kalender
In enger Zusammenarbeit mit dem
Verein „Haus am Strom“ in Stützkow konnte ein Kalender erstellt, in einer
Auflage von 800 Stück produziert und in der Region verteilt werden. Zwölf Ansichten
des Dorfes und ebenso viele seltene Tierarten aus dem Nationalpark sowie die
Ankündigung der Großveranstaltungen für 2008 machen Lust auf den Nationalpark.
Die Bildmotive stammen von Fotografen der Region und geben einen
abwechslungsreichen Einblick in die Tierwelt des Nationalparks.
Sonderstempel
Am 17. November fand in Schwedt/Oder eine Briefmarkenschau
statt, zu der der Schwedter Briefmarken-Sammlerverein gemeinsam mit der
Nationalparkverwaltung einen Sonderstempel kreierte. Der neue Stempel zeigt den
Singschwan und bewarb bereits die im Februar 2008 stattfindenden 2.
Singschwantage im Nationalpark. Der Stempel wurde auf dem
Sonderumschlag „850 Jahre Brandenburg“ mit eingedruckter
Nationalpark-Briefmarke zu 55 Cent abgeschlagen. Das Markenmotiv erschien
bereits im Juni 2003 als Nationalpark-Blockgabe und fand nun für die Ganzsache
zum Brandenburg-jubiläum nochmals Verwendung.
Bildbände,
Broschüren, Flyer
Die
Nationalparkverwaltung beteiligte sich an der Herausgabe einer Reihe neuer
Publikationen des LUA (u. a. Reiseführer, Broschüren). Ein redaktioneller
Beitrag im Bildband „Wildes Deutschland“, eine exklusive Publikation von
National Geographic, wurde unterstützt. In Fachzeitschriften erschienen
Beiträge über den Nationalpark Unteres Odertal. Gemeinsam mit Partnern wurden
eine Reihe von Broschüren, Werbeheften und –flyern sowie Urkunden und T-Shirts
herausgebracht.
Internet
Der Nationalpark Unteres Odertal ist in die
Internet-Präsentationen des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und
Verbraucherschutz und des Tourismusvereins „Am Unteren Odertal“ e. V.
integriert. Die Nationalparkverwaltung hat die Umweltwerkstatt Criewen bei
einem neuen, zusätzlichen Internetauftritt unterstützt, der zeitnah
aktualisiert wird. Darüber hinaus werden enge Kontakte zu Auftritten von
Kommunen und Vereinen gepflegt, um Präsentationen mit stets aktuellen
Informationen zu realisieren.
Die wichtigsten Adressen: www.nationalpark-unteres-odertal.eu
9. Kooperationen, Partner und
Internationale Zusammenarbeit
Internationale
Zusammenarbeit
Im Jahr 2007 hat sich die deutsch-polnische
Zusammenarbeit im unteren Odertal wesentlich vertieft. Regelmäßige Gespräche
zur Fachinformation und Veranstaltungsvorbereitung wurden wechselseitig durchgeführt. Intensiv wurden die Möglichkeiten
einer EU-Förderung von grenzüberschreitenden Projekten in der neuen
Förderperiode 2007 - 2013 thematisiert.
Im Rahmen des Hospitationsprogrammes des
Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz konnten
die Projektideen in der gemeinsam durchgeführten Hospitationswoche umfassend
besprochen und entwickelt werden. Schwerpunktziele des erarbeiteten Projekts
ist die Harmonisierung des Natur- und Artenschutzes im Bereich NATURA 2000 an
Beispielarten und Lebensraumtypen, die Erweiterung der Ausstellungen in den
Besucherzentren hinsichtlich der Bildung für Nachhaltigkeit, der
Dreisprachigkeit und Barrierefreiheit sowie die Verbesserung der touristischen
Infrastruktur.
Vom 22. bis 25. Mai fand in Gryfino eine deutsch-polnische Mitarbeiter-Tagung
statt. Die Veranstaltung diente der gegenseitigen Information zur Entwicklung
der Schutzgebiete und ist eine Begegnungs-plattform der Mitarbeiter des
Nationalparks Unteres Odertal und der Landschafts-schutzparke Unteres Odertal
und Cedynia in Polen.
In reger Diskussion standen die Themen Novellierung
des Nationalparkgesetzes und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Arten- und
Naturschutz insbesondere die Erfassung von FFH-Arten und -lebensraumtypen.
Deutsch-Polnischer
Programmrat (12./13.06)
Der Deutsch-Polnische Programmrat für den
Internationalpark Unteres Odertal traf sich in diesem Jahr vom 12. bis 13. Juni
in der Deutsch-Polnischen Begegnungsstätte Schloss Criewen. Vertreter des
Bundesumweltministeriums, des Brandenburger Ministeriums für Ländliche
Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, des Wojewodschaftsamtes Westpommern
sowie Vertreter von Naturschutzvereinen und des Vereins der Freunde des
Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal trafen sich mit den
Leitern der beiden benachbarten Schutzgebiete im unteren Odertal. Unter anderem
standen die Themen Novellierung des Nationalparkgesetzes und Möglichkeiten der
Finanzierung von grenzüberschreitenden gemeinsamen Projekten auf der
Tagesordnung. Die Teilnehmer wurden über aktuelle Projekte in den
Schutzgebieten informiert wie z. B. die Umsetzung der Kartierung von
FFH-Lebensraumtypen im Nationalpark und die Pflege- und Entwicklungsplanung auf
der polnischen Seite. Der Deutsch-Polnische Programmrat hat die Funktion eines Beratungs-
und Begutachtungsgremiums.
Kooperation
mit dem Drawa Nationalpark
Dem Wunsch des polnischen Drawa Nationalparks folgend
entwickelte sich zwischen den beiden Schutzgebieten ein intensiver
Erfahrungs-austausch und erste Begegnungen eröffneten neue Möglichkeiten einer
Zusammenarbeit. Im Mai weilte eine Delegation aus dem Nationalpark Unteres
Odertal im polnischen Schutzgebiet und im Juli erwiderten polnische Mitarbeiter
den Besuch im Nationalpark Unteres Odertal.
Es wurde die gegenseitige Unterstützung bei
Fachaufgaben und die Realisierung von gemeinsamen Projekten vereinbart. Zu
diesen gehören unter anderen die Entwicklung der touristischen Infrastruktur,
die Umweltbildung und die Partnerschaft in einem INTERREG-Vorhaben. Die
freundschaftlichen Beziehungen wurden durch gegenseitige Besuche vertieft und
werden 2008 durch eine intensive Arbeitsphase weiter ausgebaut.
Deutsch-Polnisches
Kindertreffen (15.-17.06)
Die Kindergruppe des Nationalparks „Die Kiebitze“ und die
Partnergruppe im Landschaftsschutzpark Unteres Odertal konnten sich im Jahr
2007 über ihre bereits zehnte Begegnung freuen.
Das 10. Deutsch-Polnische Kindertreffen fand vom
15. bis 17. Juni 2007 in Osuch bei Gryfino unter dem Motto „Landschaft entdecken,
interpretieren und wiedergeben“ statt. Während der Exkursionen in die schöne
wald- und wasserreiche Landschaft wurde beobachtet und skizziert, um später die
Erlebnisse mit dem Pinsel auf die Leinwand zu bannen. Höhepunkt des Jubiläums
war eine Einladung zu einer Hafenrundfahrt in Szczecin.
EU-Förderperiode
2007-2013 INTERREG IV A
Ergebnis der intensiven Beratungen mit dem
polnischen Partnerpark ist die gemeinsame Konzipierung eines Projektantrages
zur Qualifizierung und Zertifizierung des Internationalparks Unteres Odertal
nach europäischen Kriterien: „Grenzüberschreitende Parks – Im Einklang mit der
Natur“ (nach EUROPARC Federation). Das Projekt soll die in beiden Ländern
angestrebte Zielsetzung, die Schaffung eines grenzüberschreitenden Schutzgebietes
im unteren Odertal, befördern. Mit der Qualifizierung und Zertifizierung des
Parks soll der Internationalpark Unteres Odertal als grenzüberschreitendes
europaweit anerkanntes Schutzgebiet zu einem Markenzeichen für die
Pomeraniaregion entwickelt werden.
Mit einer Desktop-Studie werden in einem ersten
Schritt analog der Zertifizierungsstandards die bestehenden Defizite der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beider Schutzgebiete analysiert und
aufgezeigt. In einem Zeitraum von 5 Jahren soll die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit dann gezielt optimiert werden und der Internationalpark Unteres
Odertal für die EUROPARC-Zertifizierung „fit“ gemacht werden. Neben der
Beseitigung der Harmonisierungsdefizite und der Erarbeitung bilateral
ausgerichteter Konzeptionen sollen Pilotprojekte bereits beispielhaft umgesetzt
werden und als Orientierung für die weitere Entwicklung des Internationalparks
dienen.
Unabhängig von der Desktop Studie lassen sich
bereits Bereiche mit einem hohen Harmonisierungs- und Optimierungsbedarf im
Internationalpark verifizieren. Es handelt sich um:
1. das Monitoring und
Management in NATURA 2000 Gebieten nach den jeweiligen nationalen Vorgaben
2. die grenzüberschreitende
Darstellung des Landschaftsraumes in der Umweltbildungsarbeit, insbesondere in
den Besucherzentren/ Nationalparkhäusern; Erfüllung von Mindeststandards wie
z.B. Barrierefreiheit
3. grenzüberschreitende
Potentiale bei der weiteren Regionalentwicklung, insbesondere Defizite bei der
touristischen Infrastruktur.
Der INTERREG-Antrag basiert auf vier Säulen:
·
Qualifizierung
des „Internationalparks Unteres Odertal“ zur Erlangung der
EUROPARC-Zertifizierung
Mindeststandards für grenzüberschreitende Parks:
„Grenzüberschreitende Parks – Im Einklang mit
der Natur“ im Rahmen
der Initiative der Föderation EUROPARC, Dachorganisation der europäischen
Schutzgebiete (www.europarc.org)
·
Harmonisierung
NATURA 2000 im Internationalpark Unteres Odertal
Lebensräume:
Auenlandschaft, Trockenrasen
Arten: Fledermäuse,
Schnecken, Muscheln, Amphibien (Laubfrosch, Rotbauchunke), Reptilien
(Smaragdeidechse), Fische, Schwimmblattpflanzen
·
Nationalparkhäuser
(Besucherzentren): Erweiterung der Ausstellungen und Erneuerung der
Ausstellungen – Themen:
- Multimedia
- Wasser
- Biodiversität
- Schultourismusprodukt/
Kinderecke
- Geologie (LSP UO)
- Erweiterung
Barrierefreiheit
- Fische
- Vogelzug
·
Touristische
Infrastruktur:
Erlebnispfade, Türme
Weiterer Partner innerhalb des INTERREG-Projektes
ist der Drawa Nationalpark in Polen. Mit diesem Schutzgebiet wird seit 2007 eng
kooperiert.
Der Projektantrag soll im Rahmen des
EU-Förderprogramms EFRE Ziel 3 (INTERREG IV A) für die neuen Förderperiode
2007-2013 gestellt werden.
Deutsch-Polnischer
Aktionsplan
Der Nationalpark Unteres Odertal beteiligte sich
aktiv an der Initiative der Ämter und Städte der Region am unteren Odertal zur
Ausarbeitung eines deutsch-polnischen Aktionsplanes zur Vorbereitung
grenzüberschreitender Projekte im ländlichen Raum für die neue Förderperiode
2007 bis 2013. Hierbei übernahm der Nationalpark Unteres Odertal die Rolle der
Leitung der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Landnutzung. Vertreter der Ämter
Gartz (Oder), Oder-Welse, Brüssow und Gramzow, der Städte Angermünde und Schwedt
(Oder) und des Nationalparks Unteres Odertal auf deutscher Seite und Vertreter
der Gemeinden Stare Czarnowo und Widuchowa, der Stadt Cedynia, sowie des
Landschaftsschutzparks Unteres Odertal und des Vereins Stary Zagon (Widuchowa)
berieten ihre Projektideen. Dabei wurden gemeinsam Bündelungseffekte und
Entwicklungspotentiale herausgearbeitet sowie gemeinsame Ziele abgesteckt, die
der Entwicklung des ländlichen Raumes in der Region dienen. Arbeitsbereiche
sind unter anderem die Entwicklung touristischer Potentiale durch Vernetzung
von Informationsstrukturen, Besucherlenkeinrichtungen, Gästebetreuung, Bildung,
sowie die Harmonisierung von Natur- und Landschaftsschutz.
Kooperationen
Tab. 3: Fachbereiche und Anzahl der Kooperationen*
|
Bereich |
Kooperationspartner |
|
Großveranstaltungen,
Exkursionen |
63 |
|
Naturschutz/
Forschung |
28 |
|
Tourismus |
11 |
|
Landwirtschaft |
24 |
|
Forst/
Wald |
10 |
|
Jagd/
Wildbestandsregulierung |
80 |
|
Fischerei/
Angeln |
17 |
|
Publikationen |
7 |
|
Umweltbildung |
6 |
|
Internationale
Projekte |
4 |
*
Kooperationen im
Sinne
einer engen
Zusammenarbeit/
Inhaltliche
Abstimmung.
Natur- und
Landschaftsführer
Zurzeit sind sieben Natur- und Landschaftsführer im
Nationalpark Unteres Odertal Partner bei der Besucherbetreuung und bieten ihre
bewährte Hilfe bei Großveranstaltungen des Nationalparks an. Die Natur- und
Landschaftsführer nahmen an drei Fortbildungsveranstaltungen des Nationalparks
Unteres Odertal teil. Während einer Exkursion in den Müritz Nationalpark fand
ein Erfahrungsaustausch mit den dortigen Kollegen statt.

Freiwillige
21 Freiwillige bzw. ehrenamtliche Helfer waren 2007
für den Nationalpark tätig. Sie leisteten freiwillig und unentgeltlich 3.581
Stunden beim Natur- und Artenschutz und bei der Besucherbetreuung. Elf
Freiwillige boten im Rahmen des bundesweiten EUROPARC-Projektes „Freiwillige in
Parks (www.freiwillige-in-parks.de)
der Naturwacht ihre Hilfe an. Der NaturSchutzFonds Brandenburg ist als Träger
der Naturwacht Partner in diesem Projekt. Höhepunkt im Jahr 2007 war der
Arbeitseinsatz auf den Mudrow-Wiesen bei Angermünde. Im Rahmen der Woche des
bürgerschaftlichen Engagements wurde am 22. September in einer
Gemeinschaftsaktion mit der Naturwacht im Biosphärenreservat
Schorfheide-Chorin, dem Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide und der
Stadt Angermünde die unter Naturschutz stehenden Orchideenwiesen am Mudrowsee
vom Aufwuchs befreit. 40 freiwillige Helfer trugen dazu bei, dass seltene
Orchideenarten wieder ihren Lebensraum zurückerobern können. Die Aktion soll
als eine traditionelle Gemeinschaftsaktion in der Region jährlich durchgeführt
werden.
Internationales
Workcamp
Der Nationalpark war auch 2007 Partner des
Kunstbauwerk Vierraden e.V. bei der Durchführung eines internationalen
Workcamps. Jugendliche aus Polen, Spanien und Deutschland arbeiteten im August
an Projekten im Parkgarten Criewen und im Landschaftsschutzpark Unteres Odertal
in Gryfino, Polen.
10. Regionalentwicklung
Touristische
Entwicklung
Die touristische Bedeutung des
Nationalparks ist auch 2007 weiter gestiegen. Kanutouren in der Auenlandschaft,
Singschwantage, Kranichwoche, die Tour de Natur und der Schwedter
Nationalparklauf – die Angebotspalette für die Besucher des Nationalparks ist
inzwischen bunt und vielfältig. Der Nationalpark erfüllt damit die Funktion
eines wichtigen Wirtschaftsfaktors in der östlichen Uckermark und trägt zur
regionalen Wertschöpfung bei.
Nationalparkgemeinde
des Jahres 2007
2007 konnte sich die Gemeinde Pinnow mit dem Titel
„Nationalparkgemeinde des Jahres“ schmücken. In einer kleinen Feierstunde wurde
unter großer Anteilnahme der Einwohner dem Bürgermeister Urkunde und Emailleschild
übergeben und der gemeinsam finanzierte Infopunkt am ersten Nationalparkbahnhof
eingeweiht. Pinnow wurde vom Nationalparkkuratorium unter den insgesamt drei
Bewerbern ausgesucht, weil die Gemeinde von Anfang an ein Mitstreiter des
Nationalparks war und die Zusammenarbeit sich häufig in gemeinsamen Projekten
widerspiegelte.
Der Titel „Nationalparkgemeinde des Jahres“ wird
seit 1999 vergeben. Beworben haben sich bisher insgesamt elf Anliegergemeinden,
davon vier mehrfach. Acht Gemeinden können mit diesem Titel werben, Mescherin
ist sogar zwei Mal ausgezeichnet worden. 2008 wird der Titel zum zehnten Mal
ausgelobt. Das Nationalparkkuratorium hat für diesen Jubiläumswettbewerb die
Kriterien vereinfacht und übersichtlicher gestaltet und hofft auf eine rege
Beteiligung.
3.
Naturtourismustag
Am 13. November fand im
Schloss Criewen der inzwischen schon traditionelle Tag des Naturtourismus im
Nationalpark mit 90 Gästen statt. Touristische Leistungsanbieter der Region,
Bürgermeister, Amtsdirektoren, Mitglieder des Nationalparkkuratoriums,
Vertreter der Tourismusvereine- und verbände, Anliegergemeinden, Naturschützer,
Politiker und die Nationalparkverwaltung informierten sich über den Tourismus
im einzigen Nationalpark Brandenburgs und diskutierten Erfolge und Probleme der
zurückliegenden Saison.
Die Veranstaltung bot
die Gelegenheit, einmal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Es
referierte Herr Prof. Dr. Pierre Ibisch von der Fachhochschule Eberswalde zum
Thema „Wilde Gedanken zum Wildnistourismus“ und die zunehmende Entfremdung des
Menschen von der Natur und sorgte damit für viel Diskussionsstoff.
Wildnisgebiete und Nationalparktourismus gehören einfach zusammen, da Besucher
in einem Nationalpark Wildnis erwarten und insbesondere bei der Stadtbevölkerung
eine zunehmende Sehnsucht nach Wildnis zu verzeichnen ist. Die Hälfte der
Fläche des Nationalparks soll einmal Wildnis werden und stellt somit ein großes
touristisches Potenzial dar.
Jens Brüggemann vom
Müritz-Nationalpark stellte das bereits in mehreren deutschen Nationalparken
erfolgreich laufende Programm „Nationalparkpartner“ und die damit verbundene
effizientere Vermarktung vor. Wer die auf den Nationalpark und eine nachhaltige
Regionalentwicklung ausgerichteten Kriterien erfüllt und sich Nationalparkpartner
nennen darf, ist klar im Vorteil. Die Partner arbeiten untereinander und mit
dem Nationalpark eng zusammen, um ihre Angebote ständig zu verbessern und dem
Gast eine breite Palette an Naturerlebnissen zu bieten. Sie bewerben sich
gemeinsam in Faltblättern und Internetauftritten des Nationalparks. Auch der
Nationalpark Unteres Odertal plant sich 2008 dieser Initiative anzuschließen.
Wegenetz / Besuchereinrichtungen /
Beschilderung
750 Arbeitsstunden wurden von den Mitarbeitern der Naturwacht zur
Instandhaltung und Unterhaltung der Besuchereinrichtungen und der Beschilderung
des knapp 200 Kilometer langen Rad- und Wanderwegenetzes aufgewendet. Für
11.280 Euro wurden touristische Einrichtungen instand gesetzt bzw. erneuert.
Dazu gehören:
•
57 Aufsteller
•
25 Willkommensschilder
•
ca. 200 Wegweiser (ohne Oder-Neiße-Radweg)
•
20 Rastplätze
•
2 Beobachtungstürme
•
3 Lehrpfade
•
2 Bergaufstiege
•
20 Nationalpark-Parkplätze
Der im Dezember 2006 begonnene Bau der behindertengerechten
Hütte zur Wasservogelbeobachtung im Polder 10 in der Nähe von Gatow wurde 2007
abgeschlossen. Besonderer Dank gilt der Stadtsparkasse Schwedt, die den Bau
finanziell unterstützt hat, und dem Amt Oder-Welse, das ein Teleskopfernrohr zur
Verfügung stellte. Von der Hütte aus blickt man in diesem Bereich in den fast
ganzjährig überfluteten Polder 10, der regelmäßiger Brutplatz seltener und
geschützter Vögel wie z. B. Weißflügelseeschwalbe, Trauerseeschwalbe und
Kiebitz ist. Die Beobachtungshütte wurde auf dem Deich direkt am
Oder-Neiße-Radweg aufgestellt und erlaubt das Beobachten der seltenen Fauna zu
jeder Jahreszeit, ohne diese zu stören.
GeoPark Eiszeitland am
Oderrand
Der Geopark „Eiszeitland
am Oderrand“ liegt im Nordosten von Brandenburg und schließt Teile des
Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, des Nationalparks Unteres Odertal, des
Naturparks Uckermärkische Seen sowie des Naturparks Barnim ein. Am 05.
September 2006 verlieh die Expertenkommission der Alfred-Wegener-Stiftung in
Clausthal-Zellerfeld dem Geopark „Eiszeitland am Oderrand" den Titel
„Nationaler Geopark“. Damit ist er der sechste anerkannte GeoPark in
Deutschland.
Im Geopark „Eiszeitland am Oderrand" sind alle Elemente der Glazialen Serie (Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal) komplett erhalten und wie in keiner anderen Region modellhaft ausgeprägt. Der Nationalpark ist seit 2007 im Sprecherrat vertreten.
Ausweisung der Umleitungen für die
Deichbaumaßnahmen
Die umfangreichen Deichsanierungsarbeiten haben
auch 2007 zu deutlichen Unterbrechungen des Wegenetzes geführt. Insbesondere
der beliebte Oder-Neiße-Fernradwanderweg war in größeren Abschnitten voll
gesperrt. Gemeinsam mit dem Auftraggeber und den ausführenden Baubetrieben
wurden deshalb annehmbare Umleitungen ausgeschildert, damit jeder Besucher auch
sicher sein Ziel erreichen konnte. Die Ausschilderung war deutlich günstiger
als 2006 und hatte auch nicht so stark unter Vandalismus zu leiden.
Tourismusstudie
Um die
regionalwirtschaftlichen Effekte durch den Nationalpark nachweisen zu können,
wurde die Fachhochschule Eberswalde (FH) mit der Erstellung einer
Tourismusstudie beauftragt. Die FH Eberswalde hat im Oktober 2007 mit den
Befragungen und Zählungen begonnen und wird im Oktober 2008 diese Studie
abschließen. Die Studie soll als Grundlage für regelmäßige Folgeuntersuchungen
in der Zukunft dienen. Damit werden
Entwicklungstendenzen aufgezeigt und der Nationalparkverwaltung eine
Evaluierung der regionalwirtschaftlichen Impulse des Schutzgebietes ermöglicht.
Im Bereich Tourismus- und Regionalentwicklung
arbeitet die Nationalparkverwaltung aktiv in einer Vielzahl verschiedener
Gremien mit: Im Vorstand des Tourismusvereins „Am Unteren Odertal“ e. V., im
Fachbeirat dieses Vereins, im Vorstand des Tourismusverbandes Uckermark, im
Beirat der Regionalmarke Uckermark, im Vorstand des Regionalen Arbeitskreises
„Zukunft Unteres Odertal“ incl. dem Arbeitsgremium „Deutsch-Polnischer
Aktionsplan“ und im Vorstand der Leader-Aktionsgruppe Uckermark. Des Weiteren
ist der Nationalpark in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft vertreten.
Landesumweltamt Brandenburg
Abteilung GR
Nationalpark Unteres Odertal Schwedt,
28. Februar 2008
Fotos: J. Beschnidt, J. Brodersen,
D. Damschen, B. Grimm, J. Horn, R. Kunert, D. Lade, P. Lötzke, Naturwacht, A.
Pataki, U. Schünmann, M. Tautenhahn, H.-J. Wilke, E. Wendt, St. Ziebolski