Auf dem Bohlenpfad zur Hangquelle

Quellerlebnispfad, Foto: B. Schubert

Quellerlebnispfad, Foto: B. Schubert

Auf dem Quellerlebnispfad geht es mitten ins Hangquellmoor. Mit etwas Glück kann der Besucher einen Alpenstrudelwurm sehen. Diese Tierart gibt es hier seit der letzten Eiszeit.

Der Quellerlebnispfad führt auf einer Länge von 135 Metern über Holzbohlen mitten durch ein Hangquellmoor direkt zu einer Hangschichtquelle mit angrenzendem Hangquellwald und Quellsumpf. Er lädt die Besucher nicht nur zum Betrachten der typischen Sumpfpflanzen wie der Sumpfdotterblume mit ihren kräftigen gelben Blüten oder der Eschen, Erlen und Flatterulmen ein, die den Bohlenpfad säumen. Er ermuntert sie auch zum Entdecken der Natur und schickt sie auf die Suche nach einem eiszeitlichen Relikt, dem Alpenstrudelwurm, auch Alpenplanarie genannt. An der kleinen Quelle, die hier aus dem Hang austritt, können sie mit einem Sieb Sediment aus dem Quellsumpf entnehmen und unter einer Lupe beobachten. Mit etwas Glück finden sie den Alpenstrudelwurm, ein Tier aus der Gattung der Plattwürmer, dessen Exemplare hier seit der jüngsten Eiszeit leben. Der Alpenstrudelwurm wird bis zu anderthalb Zentimetern groß und ernährt sich hauptsächlich von Bachflohkrebsen.

Wer auf dem Quellerlebnispfad wandert, kann noch viel mehr über die Eiszeit erfahren, die diese Waldlandschaft südlich der Ortschaft Criewen geprägt hat. Auf Informationstafeln erfährt er Wissenswertes über die Besonderheiten dieses Quellwaldes, der sich am Rand der Densenberge befindet. Vor über 15.000 Jahren befand sich hier der Gletscherrand, der die Landschaft durch wechselseitiges Vorrücken und Zurückziehen zusammendrückte und regelrecht aufstauchte. Dadurch entstanden die für die Uckermark typischen Hügelketten, die durch ihre unterschiedlichen Lebensräume Platz für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bot. Feuchte Biotope wechseln sich hier mit trockenen Höhenlagen ab. Die höchste Hügelkuppe der Densenberge ragt 30 Meter über dem Meeresspiegel in die Höhe. Der Wald gehört zu den Wildnisgebieten im Nationalpark Unteres Odertal.

Der Quellerlebnispfad ist Teil eines Wanderwegenetzes, das von Criewen aus nach Süden verläuft und sowohl die Densenberge als auch die Auenlandschaft der Polder A und B erschließt. So führt der sieben Kilometer lange „Wilde Waldweg“ durch den Quellwald, umrundet die Densenberge und führt zurück nach Criewen. Auch über den „Weg der Auenblicke“ ist der Quellerlebnispfad zu erreichen. Dieser führt ebenfalls in die Densenberge, quert dann aber die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und führt am Rand der Oderaue zurück nach Criewen.

Dort, am Start- und Zielpunkt dieser Wanderrouten, können die Wanderer mit dem Criewener Lenné-Park eine der schönsten Parkanlagen der Uckermark besichtigen. Hier befindet sich auch das Nationalparkhaus, das mit seiner Dauerausstellung über den Nationalpark Unteres Odertal informiert. Unter anderem können die Besucher anhand eines Poldermodells lernen, wie der Hochwasserschutz im Unteren Odertal funktioniert. Vor über 100 Jahren wurden hier nach holländischem Vorbild riesige Flächen eingedeicht, auf denen der Fluss sich bei Hochwasser ungestört ausbreiten kann. Ein großes Aquarium macht die Unterwasserwelt des Unterlaufs der Oder sichtbar.

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